Füssen
Wer sich total ausgebrannt fühlt

«Ich hab mich in Vielem wieder gefunden. Es war kurzweilig und interessant. Von dieser Veranstaltung nehme ich etwas mit nach Hause.» So lauteten die Kommentare nach einem Vortrag zum Burn-out Syndrom, den der Kreisverband Füssen des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbandes (BLLV) anbot. Er hatte dazu Chefarzt Dr. Volker Reinken von der «Helios» Privatklinik in Bad Grönenbach als Referenten eingeladen. Dieser analysierte zunächst die Belastungsfaktoren, die letztlich zum Burn-out führen und gab dann Strategien zur Lösung.

Der schleichende, gefährliche Prozess des Burn-outs brauche eine frühzeitige Behandlung. Laut Reinken ist es bedenklich, dass diese stressbedingten Beschwerden der europäischen Volkswirtschaft jährlich etwa 300 Milliarden Euro kosten. Hohe unkonkret-idealistische Motive, Überidentifikation mit dem Beruf, Ehrgeiz und Überschätzung der eigenen Möglichkeiten und die Vernachlässigung anderer Bedürfnisse kennzeichnen die Ausgangslage für den Burn-out-Prozess. 25 Prozent aller Arbeitnehmer seien davon betroffen. Besonders hoch ist die Zahl bei pflegenden Angehörigen, Pflegekräften und Lehrern.

Laut dem Referenten wird es immer dann bedenklich, wenn der zentrale Beziehungsdreiklang zu sich selbst, zum anderen und zu seinem Lebensentwurf gestört ist. Dies führe zur Stagnation, Frustration - und könne letztlich zum Abbau der Leistungsfähigkeit, zur Leere und Gleichgültigkeit und im Endstadium zur Hoffnungslosigkeit und Verzweiflung führen.

Ziel einer Burn-out-Prophylaxe sei somit ein gelungenes Selbst- und Beziehungsmanagement. In der Beziehung zu sich selbst spiele der körperliche Zustand eine große Rolle. Dabei sollte man auf gesunde Ernährung und ausgewogene sportliche Betätigung mit Ausdauer- und Kraftübungen achten.

In der Selbstfindung sei das Aufspüren und Wahrnehmen der Gefühle entscheidend. Die Belastungsfaktoren sollten durch eine klare Zuordnung von wichtigen, weniger wichtigen und unwichtigen Aufgaben erfolgen. Im Beruf sind die sinnvolle Vernetzung im Team, die Mitbestimmung und Transparenz bei Entscheidungs- und Veränderungsprozessen wesentlich. Dazu gehöre ein Arbeitsklima, in dem Konflikte offen angesprochen werden und die Anerkennung für geleistete Arbeit selbstverständlich ist. Spannend war für die Besucher die Frage, ob sie noch im «grünen» Bereich sind. Die Antwort gab ihnen ein Test mit anschließender Auswertung.

Das könnte Sie auch interessieren

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen
Powered by Gogol Publishing 2002-2019