Wenn Körper und Seele verletzt sind

Memmingen/Unterallgäu (maj). - 'Wegwarte' heißt eine neue Beratungsstelle für Opfer von sexuellem Missbrauch. Ab heute sind die beiden Therapeutinnen Martina Kutter und Uschi Miethke in der Waldhornstraße 13 in Memmingen zu erreichen. Sie wenden sich an Menschen, die sexuell missbraucht worden sind. Kutter und Miethke wollen aber auch diejenigen beraten, die beispielsweise als Angehörige Zeugen eines Missbrauchs wurden und nun Hilfe suchen. Nicht zuletzt möchten die beiden Beraterinnen präventiv tätig werden. Das heißt: Sie wollen aufklären und informieren, um sexuellen Missbrauch zu verhindern - bevor es zu spät ist. Die neue Beratungsstelle 'Wegwarte' sieht sich keineswegs als Konkurrenz zu bestehenden Organisationen wie beispielsweise dem 'Arbeitskreis gegen sexuellen Missbrauch'. Kutter und Miethke suchen vielmehr die Zusammenarbeit mit bereits bestehenden Institutionen wie dem Frauenhaus. 'Es besteht ein großer Bedarf an unserer Arbeit', betonen die 'Wegwarte'-Vertreterinnen. Denn auch in unserer Region würden Kinder und Erwachsene sexuell missbraucht, also körperlich und zugleich seelisch verletzt. Und deswegen bieten Miethke und Kutter, die an die Schweigepflicht gebunden sind, ab sofort ihre ehrenamtliche Beratung an. Sie sind in den neuen Räumen des christlichen Vereins 'Notausgang - Hilfe für Menschen in Not' zu finden. 'Wir sind aber eigenständig', streichen die Therapeutinnen heraus. Uschi Miethke ist 37 Jahre alt und arbeitet als Krankenschwester im Ottobeurer Krankenhaus. Sie ist verheiratet und hat zwei Söhne. Martina Kutter ist 43. Auch sie ist verheiratet und hat ebenfalls zwei Söhne. Kutter und Miethke kennen sich seit Jahren und haben schon lange mit dem Gedanken gespielt, eine Beratungsstelle für Opfer von sexuellem Missbrauch und sexueller Gewalt zu gründen. Und nun haben ihre Pläne eine konkrete Gestalt angenommen. Die Beratungsstelle kann und will keine komplette psychische und seelische Aufarbeitung von Missbrauchs-Fällen anbieten. 'Wir sehen uns vielmehr als erste Anlaufstelle für Betroffene, um gezielte Hilfe in die Wege zu leiten', erklären die 'Wegwarte'-Therapeutinnen. Das kann bei schwer wiegenden Fällen die Empfehlung einer weiteren klinischen Betreuung, aber auch die enge Zusammenarbeit mit der Polizei oder dem Jugendamt sein.

Komplexes Thema Im Rahmen ihrer künftigen Beratung wollen Miethke und Kutter zusätzlich eine Betroffenen-Gruppe gründen. Denn im Gespräch mit anderen tue man sich leichter, vermeintlich Unaussprechliches auszusprechen und zusammen zu bewältigen. Damit sich künftig ein möglichst breiter Bevölkerungskreis über das komplexe Thema 'Verhinderung sexueller Gewalt und sexuellen Missbrauchs' infomieren kann, planen Miethke und Kutter, auch eine umfangreiche öffentliche Bücher-Ecke einzurichten. Die gesamte 'Wegwarte'-Arbeit finanziert sich ausschließlich über Spenden. Das Spendenkonto lautet: Sparkasse Memmingen; Empfänger: Notausgang Sparkasse Memmingen; Verwendungszweck: Wegwarte; Kontonummer: 120130125; Bankleitzahl: 73150000. i Die 'Wegwarte' sind unter der Telefonnummer (08331) 96159415 zu erreichen, per E-Mail unter info@wegwarte-mm. de Für Freitag, 14. Mai, ist ein 'Tag der offenen Tür' geplant.

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