Lechbruck
Wenn der Computer zur Sucht wird

Zum Teil Erschreckendes, auf jeden Fall aber viel Neues haben die Eltern erfahren, die sich in Lechbruck über das World Wide Web und die darin verborgenen Probleme für die Jugendlichen informierten. Um Eltern das Thema näher zu bringen, hatten der Jugendbeauftragte und der Elternbeirat der Lechbrucker Schule zu einem Vortrag eingeladen. Referent Simon Bräutigam, Jugendbeauftragter der Polizei Weilheim, will so auf die allgemeinen Gefahren hinweisen.

Computerspiele und Chatrooms gehören bei Jugendlichen zu den beliebten Freizeitbeschäftigungen. Der weltweite Datenhandel bleibt dabei oft im Verborgenen, so können sich in vielen Fällen große Probleme ergeben. «Schwierig wird es, wenn Eltern keinen Zugriff auf die Heranwachsenden mehr haben», sagte der 43-jährige Polizeibeamte. Eltern sollten deshalb rechtzeitig mit ihren Kindern sprechen und sich ausreichend über die Möglichkeiten im Internet informieren. Gruppenzwang und der Spaßfaktor bei Onlinespielen gefährdeten die sozialen Gewohnheiten und führten nicht selten zum gefährlichen Suchtverhalten, so der Referent weiter. Hinzu komme, dass durch den weltweiten Datenhandel jeder Nutzer im Internet zunehmend angreifbar werde. Diese Daten stehen über unschätzbar viele Möglichkeiten eigentlich jedem zur Verfügung.

So würden Jugendliche - beispielsweise in Foren wie bei den «Lokalisten» oder im «Facebook» - einen erheblichen Einblick in ihre Gewohnheiten geben. Negative Beurteilungen im persönlichen Bereich sind nicht selten und wirken sich auf ihre Entwicklung aus, beispielsweise bei Stellenbewerbungen.

Bräutigam zeigte einige anschauliche Beispiele von virtuellen Kampfspielen und Chatrooms - viele Eltern sahen erstmals, was für Möglichkeiten darin enthalten sind. So auch der Jugendbeauftragte Herbert Schuler. Im Gespräch mit seinen Kindern (12 und 18 Jahren) über diese Spiele habe man den Gedanken an Sucht oder Aggressionen zu wenig Beachtung beigemessen, meinte er. Ebenfalls überrascht zeigte sich Karin Riesemann, Mutter eines 15-jährigen Sohnes. Unverständnis hatte sie aber darüber, dass Jugendliche an solchen Gewaltspielen auch noch Spaß finden.

«Auch nicht am Bildschirm sollte man mit Waffen auf Menschen - wenn auch virtuell - zielen», pflichtete die dreifache Mutter Manuela Fassmann bei.

Der Referent wies aber auch darauf hin, dass Freundschaftsforen auch andere Seiten zu bieten haben: «Jugendliche stellen sich dabei meist so dar, wie sie gerne selbst gesehen werden möchten», so Bräutigam. Eltern sollten auf jeden Fall wachsam sei. Für Eltern wie auch für die Lehrer gelte es somit, gewisse Regeln zu beachten. So sollten sich die Erwachsenen genau über die Entwicklungen im Internet auf dem Laufenden halten und ständig mit den Kindern im Gespräch bleiben. Kinder und Jugendliche sollte man im Umgang mit den neuen Medien begleiten und sich dabei vorbildlich verhalten. (fis)

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