Weltmusik: Feinfühlig und mitreißend

Waal - Weltmusik mit afrikanischem Einfluss stand beim 'Antifernsehprogramm' im Deutschen Haus in Waal auf dem Programm. Und die Band um den schwarzen Musiker Adjiri Odametey erfüllte die Erwartungen vollauf. Die rund 70 Zuhörer erlebten ein mitreißendes Konzert der Extraklasse. Schon der Anblick der teils exotischen Instrumente und Trommeln ließ ahnen, dass nicht alltägliche Musik zu erwarten war. Adjiri Odametey stellte seine 'Bigband' vor. Seinen Bruder Robert Odametey für Perkussion, Rhythmus-Instrumente, Bassgitarre und Gesang sowie Perkussionist und Sänger Charles Mingle. In gutem Deutsch versprach Adjiri: 'Wir kommen aus Ghana in Westafrika. Mit schönen Liedern aus unserer Heimat wollen wir Sie verzaubern.' Das Trio begann mit einer melodiösen Ballade und dem Lied 'Naa Ameley' aus der afrikanischen Heimat. Mit sanfter, ausdrucksvoller Stimme besang Asjiri die Sehnsucht ohne Hoffnung für die Zukunft. Auch bei 'Loflo', dem Lied vom Vogel, der über den Weiten seiner Heimat fliegt, befiel die Melancholie das Publikum direkt und man fühlte sich in das fremde Land versetzt. Ebenso brachten Adjiri und seine Musiker lyrische Liebeslieder dar - feinfühlig abgestimmt. Nicht nur mit der herkömmlichen Gitarre, sondern mit den Daumenklavieren Mbira und Kalimba und der diatonischen 21-saitigen Kürbisgitarre Cora, die mit den Daumen gespielt wird, wurden die eingängigen Lieder dargeboten. Der Einsatz der verschiedenen Trommeln für die Perkussion rundete den Hörgenuss ab. Dabei gingen die traditionellen Lieder aus Ghana, bedachtsam modernisiert, dem Publikum so richtig unter die Haut. 'Mala', der Titelsong seiner CD rundete den ruhigeren ersten Konzertteil stilvoll ab. Nach der Pause begann Adjiri Odametey solo zu trommeln. Der mitreißende Rhythmus animierte sogleich einige Gäste mitzutanzen, trotz der Enge in dem voll besetzten Musiklokal. 'Do You Want It Loud?' fragte Adjiri und nach dem einstimmigen 'Yes' der begeisterten Zuhörer legte die Band richtig los. Der fantastischen Vielfalt rhythmischer Variationen des Afro-Beats konnte sich keiner entziehen. Es wurde getanzt, getrommelt und mitgeklatscht.

Unglaubliche Leichtigkeit Mit faszinierender Geschwindigkeit und dennoch unglaublicher Leichtigkeit wechseln die Rhythmen und entwickeln sich zu komplexen Klangvariationen. Noch einmal begeisterte Adjiri solo auf dem Boden sitzend am Holzxylophon 'Balafon'. Aus dem Konzert wurde eine regelrechte Party, die leider viel zu früh zu Ende ging. Die drei Musiker hatten eine zur Weltmusik aufbereitete faszinierende Musikkultur ihrer Heimat mit vollem Einsatz fast bis zur Erschöpfung geboten. Doch das Publikum ließ nicht locker und forderte vehement Zugaben. Erst nach einem weiteren - respektlos ausgedrückt - Trommelwirbel und der ruhigeren Ballade 'Kpanlogo' wurde nach lang anhaltendem Applaus den Musikern Ruhe gegönnt. Hanns-Michael Gum

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