Weitnau
Weitnau will Wärme aus Holz

Der Markt Weitnau will seine kommunalen Gebäude an ein Nahwärmenetz anschließen. Das hat der Gemeinderat einstimmig beschlossen. Auch private Haushalte haben die Möglichkeit, sich an das Netz zu hängen. Dieses soll aus einem neuen Hackschnitzel-Heizkraftwerk in Ritzen gespeist werden. Zudem wird Abwärme aus einer bereits bestehenden Biogasanlage hinein geleitet. In Betrieb gehen könnte das Nahwärme-Projekt bereits im November.

l Das sagen die Verantwortlichen: «Das ist ein ambitioniertes Ziel», räumte Bürgermeister Alexander Streicher bei der Sitzung am Donnerstagabend ein. Streicher ist auch Mitglied im Aufsichtsrat der Energiegenossenschaft Weitnau (EGW), die das 2700 Meter lange Netz realisieren will. Bisher hätten 46 Haushalte mündlich zugesagt, sich an dem Projekt zu beteiligen. Hauptabnehmer wäre die Gemeinde. Diese will dadurch weniger von fossilen Brennstoffen abhängen und den CO2-Ausstoß verringern. Einen weiteren Vorteil nennt EGW-Vorstand Ulrich Wagner: «Wir haben genügend Holz vor Ort. Somit bleibt das Geld, das wir für Energie ausgeben, in der Gemeinde.»

l Kosten für die Gemeinde: «Der Beitritt zur Energiegenossenschaft würde die Gemeinde etwa 50000 Euro kosten», erläuterte Streicher. Dafür würde die Kommune Geschäftsanteile an der Genossenschaft zeichnen. Die Hausanschlusskosten für die gemeindlichen Gebäude werden mit 18000 Euro eingeplant. Die Umbaukosten der Heizanlagen sollen nach den Worten des Bürgermeisters unter 15000 Euro bleiben. Insgesamt werden in das Projekt voraussichtlich 1,3 Millionen Euro investiert. «Dabei gibt es 320000 Euro Zuschuss über das Erneuerbare-Energien-Programm», erläutert Wagner. Der Rest wird aus Einlagen in die Genossenschaft und durch Kredite finanziert.

l Kosten für private Haushalte: Privatleute kommen laut Streicher und Wagner natürlich deutlich günstiger davon: Die Anschlusskosten sind dabei vom Energiebedarf abhängig und liegen zwischen 2000 und 4000 Euro. Die Kosten für den Heizungs-Umbau sollen bis etwa 1000 Euro pro Haus betragen. Mitglied kann jeder werden, der sich mit einem Geschäftsanteil von mindestens 1000 Euro am Unternehmen beteiligt. Zusagen werden bis Ende Februar benötigt.

l Das sagen die Räte: «Der Gemeinderat hat das Projekt von Anfang an befürwortet», betonte Traudl Maurus. Dass die Gemeinde dafür Geld in die Hand nehmen muss, sei von Anfang an klar gewesen. Auch Clemens Krinn betonte nochmals, es sei wichtig, dass die Gemeinde teilnehme.

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