Weiter Kräfte bündeln

Von Maria Luise Stübner | Heimenkirch Ein fast volles Haus gab es bei der Kreisversammlung des BDM in der alten Turnhalle in Heimenkirch. Neben Rückblick, Wahlen und der Vorstellung von 'Faironika' stand ein Referat von Hans Foldenauer an. Der Geschäftsführer des Milch Board rief zur weiteren Bündelung der Kräfte auf.

'Entscheidender Auslöser für den gestiegenen Milchpreis war das Verhalten der Milcherzeuger', zeigte sich Foldenauer überzeugt. 'Der Markt macht’s' - diesen 'Modesatz der Deutschen' wollte er hier nicht gelten lassen. Es habe zwar eine kleine Minderanlieferung und einen kleinen Nachfrageschub gegeben. Würde aber nur der Markt eine Rolle spielen, so gebe es nicht das unterschiedliche Preisniveau in Deutschland, betonte Foldenauer.

Im Norden seien die 40 Cent schon im Juni überschritten worden. 'Warum ging der Preis nach oben?', fragte Foldenauer und gab gleich die Antwort dazu: 'Weil die aktiv geworden sind. Weil die Bauern bereit gewesen waren, die Milch von heute auf morgen umzuleiten.' Dass man den deutschen Landwirten weismachen will, China habe den Preisboom ausgelöst, stößt ihm angesichts rückläufiger Milchimporte im Land der Mitte sauer auf: 'Das ist der Versuch, Millionen Bauern für unwissend zu erklären.'

Je mehr Milcherzeuger ihre Kraft bewusst bündeln, desto eher und schneller komme etwas in Bewegung, so Foldenauers Fazit.

BDM-Kreisvorsitzender Armin Eugler hatte zuvor die Bedeutung der Milchwirtschaft in der Region hervorgehoben. 'Die Milchviehhaltung ist Schwerpunkt der Landwirtschaft im mittleren und oberen Kreisgebiet.' In seinem Rückblick ging Eugler auf das Symposium 'Zukunft Milch' ein, zu dem 2100 Bauern nach Berlin kamen. Zudem erinnerte er an den Aktionstag vor den Molkereien mit 25 000 Teilnehmern und an die Demonstration in München mit 15 000 Teilnehmern.

Eugler nannte aktuelle Mitgliederzahlen. Nach den ersten beiden Veranstaltungen habe es über 325 Beitritte gegeben. Von 570 Milchbauern im Kreis seien 366 im BDM, davon 327 im Milch Board. Zwölf Bauern seien nur im Milch Board. Traurig stimme es, dass es jedes Jahr weniger Milchbauern im Kreis werden: 'Es sind schon wieder fünf Betriebe, die ihre Tore schließen.'

'Faironika' als Plüschkuh

Die 'Fair-Milk-Mädels' vom EMB stellte Mathias Schütz vom Kreisteam vor. 'Wir werben mit Faironika', sagte er über die Kühe, die in den jeweiligen Landesfarben als Symbol für Fairness bei der Milcherzeugung stehen.

Mit ihnen will man Verbrauchern, Politikern und der Molkereiwirtschaft signalisieren, dass nur ein fairer Milchpreis Versorgungssicherheit, gute Produktqualität und artgerechte Tierhaltung ermöglicht. 'Faironika' soll 'immer und überall präsent sein'. Es gebe Schilder und Flyer, große und kleine Kühe, auch Plüschkühe seien angedacht.

Das könnte Sie auch interessieren

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen
Powered by Gogol Publishing 2002-2019