Wasserversorgung unsicher

Frei hängende Leitungen in Ellhofen - Im Tobel schon mehrfach beschädigt Ellhofen (bes). In der Nacht von Sonntag auf Montag waren die EInwohner von Ellhofen mehrere Stunden ohne fließendes Wasser. Ein herabstürzender Baum hatte eine freihängende Wasserleitung im Ellhofer Tobel beschädigt (wir berichteten). 'In den vergangenen Jahren wurde die Leitung bereits fünf bis sechs Mal beschädigt', erzählt Robert Wipper, Vorsitzender der Genossenschaft für Wasserversorgung Ellhofen. Gefährdet sind zwei Hauptleitungen, die den Tobel in drei bis acht Meter Höhe durchqueren.

Mittlerweile ist die beschädigte Leitung abgedichtet und das Wasser durch das zweite Rohr umgeleitet, das im Winter normalerweise stillgelegt ist. 'Wir haben noch in der Nacht schnell reagieren können', so Wipper. Reparaturen oder Schutzmaßnahmen liegen nach Auskunft von Bürgermeister Karl-Heinz Rudolph im Verantwortungsbereich der Genossenschaft. Eine gemeindliche Versorgung existiert nur in Weiler, auch in Simmerberg ist eine eigene Genossenschaft verantwortlich. Wipper ist derzeit mit den Reparaturarbeiten beschäftigt. Nachdem der Baum und das alte Rohr abtransportiert worden sind, ist er derzeit auf Materialbeschaffung. Anschließend muss die Leitung wieder auf drei Meter Höhe aufgerichtet und ein 25 Meter langes Halteseil gespannt werden. 'Wie lange die Arbeiten noch dauern, kann ich noch nicht einschätzen', so Wipper. Ellhofen bezieht sein Wasser aus einer Quelle bei Berbruggen (Gemeinde Stiefenhofen). Durch den Tobel führen eine 25 und eine 50 Meter lange freihängende Leitung, die in unmittelbarer Nähe zueinander liegen. In dieser Form gibt es die Wasserversorgung Ellhofen seit 1899. 'Wir vermuten, dass eine der beiden Leitungen aus dieser Zeit stammt. Die andere ist nach dem Zweiten Weltkrieg installiert worden', so Wipper. Probleme ergeben sich durch schwere Stürme und massive Schneefälle. Denn dann drohen Bäume abzuknicken und das Rohr zu beschädigen. 'An dem Hang, wo der Baum am Sonntag abgestürzt ist, sind etwa zehn weitere Bäume massiv gefährdet', so Wipper. Vor zwei Jahren habe es bereits Überlegungen gegeben, schweres Gehölz zu entfernen. Die Pläne seien nach dem Einspruch des Bund Naturschutz jedoch im Sand verlaufen. 'Vor allem der geplante Abtransport durch den Tobel wurde bemängelt', so Wipper. Nach Auskunft von Manfred Miller, Sachgebietsleiter für Naturschutz beim Landratsamt Lindau, unterliegt der Ellhofer Tobel der FFH-Richtlinie, einer Naturschutzbestimmung der Europäischen Union. 'Jede verändernde Maßnahme wäre erst einmal zu prüfen. Nötig ist hierfür eine schriftliche Anfrage', so Miller. Grundsätzlich sei eine geringfügige Korrektur jedoch kein Problem. Ob es dazu jemals kommen wird, steht jedoch in den Sternen. Neue Auflagen und Verordnungen durch das Wasserwirtschaftsamt machen der Ellhofer Genossenschaft zu schaffen. Das Gebiet rund um die Berbrugger Quellen müsste in ein Schutzgebiet gewandelt werden. Laut Wipper sei dies nicht ohne weiteres möglich. Wie es weitergehen soll, wisse die Genossenschaft noch nicht.

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