Warum ein Diebstahl Freude bringen darf

Oy-Mittelberg/Schwarzenberg (cc). - Ganz Schwarzenberg stellte sich jetzt einmal mehr in den Dienst einer guten Sache. Schließlich sollte beim ersten Dorffest des Oy-Mittelberger Ortsteils ein schönes Sümmchen für die Renovierung der Pfarrkirche zusammenkommen. Obwohl Petrus kein Einsehen hatte, ließen sich die Bürger die Freude am Feiern nicht nehmen. Und das zahlte sich aus. So brachte allein die humorvolle Versteigerung allerlei Gebrauchsgegenstände fast 2000 Euro ein. Mit einem Gottesdienst in der Pfarrkirche (gestaltet von der Musikkapelle), Kirchenzug und einem Frühschoppen begann das Fest. Dank eines amüsanten Einakters der Theatergruppe erfuhren die zahlreichen Gäste, dass Kässpatzen schon in der Steinzeit erfunden worden waren. Alle Aktiven, die Jugend und die Kindergruppe des Trachtenvereins erfreute zudem mit Schuhplatteln und Tänzen.

Und die Kinder hatten beim Schminken ihren Spaß. Regelrecht ins Wasser fielen dagegen Streichelzoo und Kutschfahrten. Kirchenpfleger Helmut Mangold hatte dennoch allen Grund zur Freude - vor allem als eine Abordnung des Oyer Trachtenvereins mit drei Alphornbläsern und zwei 100-Liter-Fässern Bier anrückte. Denn auch der Erlös des Bierverkaufs fließt in die Kirchenrenovierung. Der Hintergrund für die Bierlieferung war eine dreiste 'Straftat': Etwa 20 junge Schwarzenberger hatten kurz vor der Aufstellung den unter Tarnnetzen verborgenen Oyer Maibaum entführt. Denn praktischerweise war das 27 Meter lange Prachtstück nicht nur unbewacht (das erste Mal seit 20 Jahren), neben dem Baum stand auch gleich der nötige Wagen. Bedingung für die rechtzeitige Rückgabe: Eine Auslöse für den guten Zweck. Dass die Schwarzenberger alle an einem Strang ziehen und sich für ihre Pfarrkirche ins Zeug legen, das zeigte auch die Übergabe von 1060 Euro aus dem Osterkonzert der Musikkapelle sowie von 700 Euro aus einer Verkaufsveranstaltung des Schützenvereins. 1950 Euro erbrachte beim Dorffest zudem die Versteigerung von Pflanztrögen, Kinderspielgeräten oder einer Gartenbank. 'Essat, trinket und bleibet no - s'isch alles für an guata Zweck', animierte Mangold seine Gäste immer wieder. Und die hielten sich brav daran.

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