Gedenktafel
Vor 100 Jahren starb der Kemptener Arzt und Freimaurer Dr. Franz Hartmann

Heute vor 100 Jahren starb der Kemptener Franz Hartmann, der sich als Arzt und Autor von esoterischen Werken einen weithin bekannten Ruf erworben hatte. Der Mystiker wurde am 22. November 1838 in Donauwörth geboren, aber schon kurz nach seiner Geburt übersiedelte die Familie nach Kempten.

Nach seiner Schulzeit und Militärdienst studierte er an der Ludwig-Maximilians-Universität in München Pharmakologie, um Apotheker zu werden.

Noch vor Abschluss seines Studiums machte Hartmann 1865 eine Ferienreise nach Frankreich, und als ihm in Le Havre die Stelle eines Schiffsarztes auf einem US-amerikanischen Paketboot angeboten wurde, sagte er aus purer Abenteuerlust zu. So gelangte er nach St. Louis, wo er sein Studium abschloss, als Augenarzt praktizierte und US– Bürger wurde.

1870 gab er seine gut gehende Praxis auf und studierte in Mexiko die indianische Aztekenkultur. Zwei Jahre später kaufte er eine Farm in Texas und heiratete.

Nach dem plötzlichen Tod seiner Frau reiste er quer durch Amerika, leitete eine chirurgische Praxis sowie den Bergbau von Gold- und Silberminen in Colorado. Bei den Indianern untersuchte er parapsychologische Phänomene und trat der Afam-Freimaurerloge Georgetown No. 12 bei.

Der Theosoph

Der rastlose Allgäuer wurde 1883 Mitglied der Theosophischen Gesellschaft (TG) in New Orleans. Nach 18 Jahren in Amerika reiste er über Japan und China nach Madras in Südindien. Der Katholik trat zum Buddhismus über und wurde administrativer Leiter der TG-Zentrale.

Stadtarchivar Dr. Franz-Rasso Böck verwahrt einen Bericht über jene Zeit: 'Hartmann suchte in das innere Heiligtum der geistlichen Kirche einzudringen, um selbst der Anschauung derjenigen Dinge fähig zu werden, die die Welt nur vom Hörensagen oder aus Büchern kennt'.

1885 kehrte der Arzt zurück nach Kempten, trat der theosophischen Loge Germania bei und forschte an einem Mittel gegen Lungentuberkulose. Schließlich wurde er Direktor der Inhalationsanstalt Hallein bei Salzburg. 1897 gründete er in München die Theosophische Gesellschaft für Menschheitsverbrüderung. Diese sollte als übergeordnete Organisation alle theosophischen Logen vereinigen.

Seinen Lebensabend verbrachte Hartmann als Schriftsteller. Sein Hauptwerk war die Zeitschrift Lotusblüten, die er 13 Jahre lang herausgab. Hartmann starb am 7. August 1912 in Kempten und wurde anschließend zur Feuerbestattung nach Ulm überführt. An ihn erinnert eine Bronzetafel in der Bodmanstraße.

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