Von Ritualmonstern, Schnellzauber und Konterfallen

Kempten/Oberallgäu(bec). - Nach Pokémon und Digimon macht jetzt Yu-Gi-Oh das Rennen: In den Geschäften gehen die Sammel- und Spielkarten mit Monstermotiven in Massen über die Ladentheke. 'Wie die Wahnsinnigen stürzen sich Kinder und Jugendliche auf die Yu-Gi-Oh-Karten', erzählt Gabriel Kustermann vom gleichnamigen Spielwarengeschäft. Doch was ist für die Mädchen und Buben so interessant an dem Spiel, dass der aus Japan stammende Trend nach rund einem Jahr immer noch anhält? 'Von sechs Jahren aufwärts werden diese Karten gekauft', sagt Kustermann. Und zwar in einem solchen Umfang, dass man mit der Nachbestellung - was auch seine Kollegen bestätigen - teilweise nicht mehr nachkommt. Was die Kinder und Jugendlichen allerdings an Fusions-, Ritual- und Effektmonsterkarten, an Schnell- und Permanentzauber, an Fallen und Konterfallen finden, ist Kustermann völlig schleierhaft. Die Antwort kann der zwölfjährige Alwin liefern: 'Wie die Monster aussehen und welche Wirkung sie haben, ist total interessant. Außerdem ist das Spiel durch die vielen verschiedenen Karten nicht so einseitig wie zum Beispiel Mensch-ärgere-dich-nicht oder Auto-Quartett', weiß der kleine Yu-Gi-Oh-Experte. Wenn's um die japanischen Zeichentrick-Figuren geht, bekommt er sofort leuchtende Augen. Rund 200 Spielkarten hat der Bub bereits und es sollen noch mehr werden. Wie es sich für einen richtigen Fan gehört besitzt er natürlich auch Poster und Zeitschriften rund um die Phantasie-Motive, die den Zwölfjährigen immer auf dem Laufenden halten. Die Spielkarten muss Alwin selbst kaufen: 'Ein bis zwei Booster-Packs (also Päckchen mit neun bis 15 Zusatzkarten) darf ich im Monat kaufen.' Zwischen fünf und zehn Euro gingen dabei drauf.

Dahinter steckt ein ehrgeiziges Ziel: 'Ich will irgendwann alle Karten haben. Aber das wird schwierig.' Klar, denn derzeit sind 528 verschiedene deutschsprachige Karten auf dem Markt. Und immer wieder werden neue Serien aufgelegt. Entsprechend lebhaft geht es beim Tauschen untereienander aber auch im Internet zu. Dort werden für seltene Exemplare 100 Euro und mehr verlangt. Vom Yu-Gi-Oh-Fieber gepackt sind mittlerweile auch Viktoria, Hendrik und Danny-Phillip aus Altusried. Die meisten seiner Karten hat der achtjährige Danny-Phillip von seiner Tante geschenkt bekommen. Darunter auch die Himmelsdrachen-Karte, sein heimlicher Trumpf: 'Das ist meine allerbeste.' Nur dass sie die Karten nicht mit in die Schule nehmen dürfen, finden die drei schade. 'Das ist schon vernünftig, dass die Lehrer das unterbunden haben', sagt dagegen Dannys Mutter Sandra Mahnke. Dafür hat die 26-Jährige keine Einwände, dass ihr Sohn in der Freizeit mit den Karten spielt, die Serie im Fernsehen anschaut oder auf der Playstation Monster besiegt. Ihre einzige Kritik: 'Diese Karten sind so wahnsinnig teuer. Aber was Kindern Spaß macht, kostet ja immer viel.'

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