Von Regenbogen bis Sophie Scholl

Buchloe | kah | Während sich zwei Lehrerkollegien und Elternbeiräte relativ schnell einig waren, wie ihre Schulen denn künftig heißen sollten, wurde im Stadtrat am Dienstagabend munter über die neuen Namen diskutiert.

Als 'mutige, kluge und durchdachte Lösung' bezeichnete Anton Kögel (CSU) die beiden Vorschläge. Eva Kienzle (FWV) war 'richtig stolz darauf, dass Meinrad Spieß aus Honsolgen kommt'. Und der Honsolgener Stadtrat Franz Lang (CSU) zeigte sich gleich 'vollstens begeistert'.

Amelie Beutlrock (UBI) hätte zwar ein 'weiblicher Name' besser gefallen , dennoch war sie von der Argumentation der Schulleiterinnen so überzeugt, 'dass ich jetzt gar nicht mehr dagegen sein kann'. Auch Gertrud Felkl (Grüne) bezeichnete die Namen als 'tolles Wagnis'.

Nicht so die Vertreter der SPD. Manfred Beck meinte: 'Wir hätten uns gewünscht, dass die Kinder miteinbezogen werden.' Seine Fraktion fühle sich schlecht und zu spät informiert. Beck: 'Mir gefallen die Namen nicht und auch nicht der Weg, wie sie zustande kamen.'

Von einer 'Missachtung des Stadtrats' sprach gar sein Parteifreund Ralf Strohmayer. Er hätte sich lieber eine 'religiös neutrale Person' als Namensgeber der Schule im Westen gewünscht, schließlich werde sie von vielen Kindern anderer Glaubensrichtungen besucht.

Helmut Jambor (SPD) zweifelte die Heimatverbundenheit von Meinrad Spieß an, der zwar in Honsolgen geboren sei, 'dann aber nichts mehr von dem Dorf wissen wollte', weil es sich überwiegend woanders aufgehalten habe.

Den Namen 'Regenbogenschule' als 'verbindendes Element' brachte er ins Gespräch. Seine Fraktionskollegin Monika Strohmayer verwies auf Sophie Scholl, die sie sich als Namensgeberin für die alte Grundschule gewünscht hätte.

Rudolf Grieb (UBI) beschwerte sich grundsätzlich über den Ablauf des Verfahrens: 'Wenn wir von Anfang an die Öffentlichkeit informiert hätten, hätten wir uns viel Ärger erspart.' Gegen diesen Vorwurf verwahrte sich Bürgermeister Josef Schweinberger (CSU). Es sei nicht verwerflich, dass sich zunächst zwei Gremien intern mit dem Thema befassen und das dritte, der Stadtrat, dann in zur Beratung hinzugezogen werde. In den namentlichen Abstimmungen waren schließlich einzig die SPD-Stadträte gegen eine Benennung nach Meinrad Spieß. Rudolf Grieb (UBI) stimmte mit der SPD außerdem gegen den Namen Comenius. Bei allen übrigen Stadträten fielen die Vorschläge auf Wohlwollen.

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