Von Kunst bis Kuriosum

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Von Franz Summerer | Kempten Während andere Eintritt fürs Museum zahlen, um Kunstwerke zu besichtigen, gehen Alfred Gaupp und seine Leute nur mal kurz über den Hof - in ihren 'Kunstpark'. Auf einem Sockel prangt die Bronze-Plastik des Bildhauers Martin Wank, zehn Meter dahinter findet sich der Mosaik-Brunnen, der früher vor der Seelenkapelle stand, und daneben liegt die Goldkugel von Erwin Roth. Der 'Kunstpark' ist dort, wo man ihn eigentlich nicht vermutet - im Kemptener Bauhof.

Eine ganze Reihe von Kunstwerken und Raritäten liegen und stehen auf dem Areal. Meist waren sie bei einem Umbau im Weg und wurden dann 'vorübergehend' im Bauhof gelagert. Bei einigen dauert dieses Intermezzo allerdings schon länger. Bauhofleiter Gaupp hat die Werke jetzt auf Vordermann bringen und - fast wie in einer Ausstellung - platzieren lassen. Ein Rundgang:

l Die Schwangere Auster: Die rund 20 Zentner schwere Bronzeplastik schuf der bekannte Ostallgäuer Bildhauer Martin Wank Mitte der 70er Jahre. 75 000 Mark kostete die Brunnenanlage in der Klostersteige. Das im Volksmund 'Schwangere Auster' genannte Werk wurde im Sommer 2002 wegen der Neugestaltung der Fußgängerzone in den Bauhof gebracht. Eigentlich sollte sie danach in einem neuen Umfeld wieder aufgestellt werden. Doch weil sich die Stadt und der Sohn des Künstlers Christoph Wank, der die Umgestaltung plant, nicht über dessen Honorar einigen können, liegt der Brunnen jetzt auf dem Trockenen. 'Wir haben uns schon an sie gewöhnt, die kann ruhig hier bleiben', sagt Gaupp. Und seine Leute verbringen dort gerne ihre Mittagspause.

l Goldkugel: Einen anderen Platz soll dagegen die Goldkugel erhalten, die fast zehn Jahre - befestigt an einer langen blauen Stange - vor dem Stadttheater stand. Dort soll bekanntlich eine große Wolke installiert werden - vielleicht passen Regenwolken ja auch besser ins Allgäu. Wohin die blattgoldverzierte Vollmond-Kugel des Leutkircher Bildhauers Erwin Roth kommen soll, steht noch nicht endgültig fest. Im Gespräch ist der Kreisel am Pfeilergraben.

l Mosaikbrunnen: Auch für das weite mit einem Mosaik ausgelegte Brunnenbecken hofft der Leiter des städtischen Betriebshofs, Uwe Gail, wieder einen Platz im öffentlichen Leben zu finden. Der Brunnen, geschaffen 1960 von dem Bildhauer Görsch, stand früher vor der Seelenkapelle in der Fürstenstraße.

l Granitstele: Rätsel gibt eine Granitstele auf. Eine Seite zeigt ein Schwert und einen Kirchenstab samt der Jahreszahl 1455. Auf einer zweiten Seite ist eine Figur mit Schild in einem Bottich abgebildet (Heinrich der Kempter?) und die Zahl 936. Sogar im Kulturamt wusste damit niemand etwas anzufangen. Kultur muss manchmal halt rätselhaft sein. Deshalb bleibt die Stele dem Bauhof wohl noch erhalten.

l Bahnhofsstufen und Marmorgeländer: Noch keinen Platz gefunden haben auch die alten Steinstufen, die früher vom Alten Bahnhof zum Geh- und Radweg an der Kotterner Straße führten. Das gleiche Schicksal teilt das Marmorgeländer, das ehedem im Stadttheater zum Foyer hochführte.

l Teppichstange: Nicht nur Kunst auch Kurioses gibt es im Bauhof. Beispielsweise der Nachbau des Brunnens, der vorm Kornhaus steht - genannt die Teppichstange. Wegen des Immissionsschutzes wurde damit die Lautstärke gemessen, mit dem das Wasser aus den Düsen ins Becken spritzt. Einmal im Jahr läuft der Brunnen auch heute noch - zum Spaß beim Grillfest im Bauhof.

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