Kaufbeuren
Von Kaufbeuren nach Pforzen schwimmen

Wer zum Baden in das Freibad Neugablonz geht, kann in Kaufbeuren ins Wasser hüpfen und in Pforzen wieder aus dem Becken heraussteigen. Denn die Gebietsgrenze zwischen der Stadt und der Gemeinde verläuft direkt durch das Freibad.

Das Freibad in Neugablonz war von Anfang an ein Kuriosum: 1962 wurde es gebaut und lag auf dem Gebiet von zwei Kommunen. «Das war schon immer so. Die Gemarkungsgrenze läuft mitten durch das Becken», erklärt Klaus Scholz, Leiter der Hochbauabteilung. Das sei damals eine politische Entscheidung gewesen. Ähnliche Fälle gebe es bei der alten Kläranlage unterhalb des Neugablonzer Freibades oder dem Gebiet Am Riederloh, wo sich die Stadt auf Germaringer Gemarkung ausdehnt.

Bei dem Freibad in Kaufbeuren ist dagegen die Sache klar: Das wurde 1901 am Mühlbach auf städtischen Grund gebaut und 1903 eröffnet. 1952 erfolgten Umbau und Vergrößerung, 1981 eine Modernisierung. «Das Freibad in Neugablonz wird komplett von der Stadt Kaufbeuren betrieben und finanziert. Sie ist Grundstückseigner», erläutert Klaus Schaller, Abteilungsleiter für Liegenschaften.

Das heißt auch, das sich für die Gemeinde Pforzen keine Pflichten durch das Freibad auf ihrem Grund ergeben: «Uns drückt das nicht und tut uns nicht weh», bestätigt Bürgermeister Hermann Heiß.

Deshalb gebe es auch keine Aufgabenteilung, so Schaller. Lediglich einen leicht erhöhten Verwaltungsaufwand. Denn seit dem Bau hat die Stadt 1989 und vor rund drei Jahren das Freibad umgebaut. Üblicherweise müssten beide Kommunen Bauanträge einreichen. Doch die Stadt und die Gemeinde einigten sich bei den jüngsten Baumaßnahmen darauf, dass Kaufbeuren den Verwaltungsaufwand zur Gänze übernimmt, da es ja ein städtisches Projekt ist.

«Aber es ist schon eigenartig, wenn man auf eigenem Gebiet baut, aber die Nachbargemeinde fragen muss, ob etwas geändert werden darf», berichtet Scholz. Doch ernsthafte Probleme gebe es nicht. «Und die Bewohner von Pforzen dürfen natürlich auch in das Freibad», witzelt Schaller. Sie können das Bad bequem per Fahrrad erreichen. «Wir haben quasi ein Freibad, das uns nichts kostet», flachst umgekehrt Heiß.

Besondere Erfrischungen

In den Wintermonaten bleibt das Freibad natürlich geschlossen, stattdessen soll im Dezember das Hallenbad in Kaufbeuren wieder geöffnet werden, so Schaller.

Doch wenn es warm wird («etwa Mitte Mai»), kann Oberbürgermeister Stefan Bosse seinen Gästen wieder sonderbare Erfrischungen offerieren: «Bei uns können sie von einer Kommune zu anderen schwimmen», bot er nämlich scherzhaft dem bayerischen Innenstaatssekretär Gerhard Eck an, als dieser in der Stadt weilte.

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