Türkheim
Von einem Rekord zum anderen

Krasser könnten die Unterschiede nicht sein: Rekordschülerzahlen im laufenden Schuljahr 2009/2010, der Absturz nach Neubau des Gymnasiums in Buchloe: Die Aussichten für das Joseph-Bernhart-Gymnasium sind nicht rosig. Und dennoch wird weiter fleißig investiert, um Schüler zu halten und sich gegen den Sog, den ein Gymnasiums-Neubau auslöst, zu stemmen.

Mit der Lage des Gymnasiums hatte sich nun der Zweckverband zu befassen. Und da stand an erster Stelle der Haushalt, den Kämmerer Claus-Dieter Hiemer vortrug. Der Verwaltungshaushalt im kommenden Jahr ist auf 624000 Euro, der Vermögenshaushalt auf 245000 Euro angesetzt. Im Verwaltungshaushalt schlagen neben den Personalkosten vor allem die Energieausgaben zu Buche. An Gaskosten hatte die Schule bisher rund 76 000 Euro zu verkraften. Rund 30000 Euro fielen bislang an Stromkosten an, künftig werden es um die 40000 Euro sein.

Weniger Gastschüler

Kritisch ist auch das Thema Gastschulbeiträge: Immerhin 354 der 910 Schüler sind Gäste. Dafür nimmt der Schulverband 247000 Euro ein. Die könnten wegbrechen, wenn das Gymnasium in Buchloe steht. Dann wäre dieser ungedeckte Bedarf von Landkreis und Markt Türkheim im Verhältnis 80 zu 20 zusätzlich zu bezahlen.

Im Vermögenshaushalt schlägt vor allem der Neubau der Hausmeisterwohnung zu Buche: rund 200000 Euro. Das 37 Jahre alte Gebäude auf dem Schulgelände weist erhebliche energetische Mängel auf. Es verbraucht nicht nur enorm viel Energie, sondern hat auch ein Schimmelproblem. Eine Sanierung wäre nicht wesentlich billiger gekommen, weshalb sich die Verbandsmitglieder für einen Neubau entschieden. Er soll Mitte nächsten Jahres verwirklicht werden.

Und wie geht es weiter? Mit dem Start des Gymnasiums in Buchloe erwartet Hiemer einen «dramatischen Rückgang» der Schülerzahlen. Verstärkt wird dieser Trend durch das Zusammentreffen der Abijahrgänge G9 und G8 sowie einem Geburtenrückgang. Rund 350 Schüler würden letztlich für Türkheim übrig bleiben. Bad Wörishofens Bürgermeister Klaus Holetschek schlug vor, den Busverkehr zu verbessern, damit Schüler aus Wörishofen, die bislang noch woanders ins Gymnasium gehen, Türkheim bevorzugen. Investiert wird auch in den naturwissenschaftlichen Bereich, in chemische und physikalische Übungen. Schulleiter Folkhart Glaser gab die Richtung vor: «Wir müssen die Schule inhaltlich gut versorgen.»

Dieser Wille ist da, nur fehlt oft das Personal. Glaser kritisierte: «Von 1400 Budgetstunden sind 290 durch nicht hauptamtliche Lehrer abgedeckt, darunter sind zwölf Referendare und einige ehemalige Lehrer. Rund 90 Stunden werden von Lehrern ohne pädagogische Ausbildung geleistet.» Die gute Nachricht: Es falle keine Unterrichtsstunde aus. Die schlechte: Dafür nehme man teilweise eine schwere Schieflage in Kauf.

Glaser: «Lehrer geben zum Teil nur noch in einem einzigen Fach Unterricht. Einen Mangel haben wir in Mangelfächern. Viel Personal gibt es im sprachlichen Bereich - außer Latein. Probleme haben wir in Biologie und Chemie.» Doch das sei kein spezifischisches Türkheimer Problem.

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