Von einem Brunnen und flüchtenden Räten

Von Alexandra Decker Lechbruck - Fastenzeit - in Bayern werden vielerorts Starkbierfässer angezapft. Und die Politiker bekommen, beispielsweise auf dem Nockherberg oder in der Lechhalle in Lechbruck, ihr Fett weg. Dort wurde bei einem zünftigen Abend eindeutig klargestellt, dass sich auch die Kommunalpolitiker im vergangenen Jahr so einiges leisteten, was Kopfschütteln und Schmunzeln hervorrief. Spitzenreiter war hier natürlich die Uneinigkeit über den neuen Lechbrucker Dorfbrunnen. 'Fraktionen oder Oppositionen haben wir hier nicht', meinte Stefan Fichtl alias Bruder Stefan während seiner Fastenpredigt. Allenfalls teile sich Lechbruck in 'Brunnenler' und 'Nichtbrunnenler' beziehungsweise Sitzungsbesucher und -verlasser. Damit bezog er sich auf einige Mitglieder des Gemeinderats, die bei der Diskussion über den Brunnen den Sitzungssaal verlassen hatten. Entschieden werde aber letztlich doch immer wieder einig, ganz nach Meinung des Bürgermeisters. Viele Lacher erntete Bruder Stefan auch mit seinem Vergleich zwischen Bürgermeister Dietmar Hollmann und König Ludwig II.

'Die beiden haben viel gemein: Sehnsüchtige Träume, Sinn für hohe Kunst, eine Vorliebe für prächtige Bauwerke und ihre Bauwut im Allgemeinen', predigte er und zielte damit auf die zahlreichen Pläne Hollmanns ab, die sich schlecht mit der finanziellen Lage der Gemeinde vereinbaren lassen dürften. Auch das Singspiel, vorgetragen von Stefan Fichtl und Andreas Müller, wies auf solche und ähnliche Peinlichkeiten hin. Das Publikum applaudierte kräftig und fand die witzigen Darbietungen Klasse, wie beifälliges Nicken und Grinsen von vielen Seiten immer wieder zeigte. Aber auch Gemeinderat und Bürgermeister verfügten über eine humorvolle Seite. Lächelnd quittierten sie so manchen Seitenhieb. Für die musikalische Unterhaltung sorgte die Lechbrucker Stadlmusik, die - neben dem Kampfplatzverein - auch für die Organisation mitverantwortlich war. Der Kampfplatzverein Lechbruck hat sich laut Vorstand Reinhold Reichart der 'Gestaltung des Lechbrucker Dorflebens' verschrieben. Mit dem Starkbieranstich hat er in dieser Hinsicht bestimmt eine Bereicherung geschaffen. Die Veranstaltung hatte im vergangenen Jahr eine sehr erfolgreiche Premiere. Und so wurden die Karten für 264 von 300 Plätzen in der Lechhalle schon im Vorverkauf abgesetzt.

Das könnte Sie auch interessieren

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen
Powered by Gogol Publishing 2002-2018