Von der Schweizer Armee in eine Kameruner Klinik

Nesselwang | mar | Als Dr. Jürgen Holzheu bei einem Besuch in der Schweiz auf ein günstiges Angebot der Armee aufmerksam wurde, konnte er einfach nicht nein sagen. Weil die eidgenössische Landesverteidigung ihren Fuhrpark umstellt, bot sie preiswert ein als Krankentransporter ausgerüstetes geländegängiges Fahrzeug vom Typ 'Pinzgauer' an (siehe Info-Block). Der Nesselwanger griff gleich zu, um mit dem Fahrzeug über seine Dr. Holzheu-Stiftung eine Einrichtung in Afrika zu unterstützen. Heute fliegt er zur Übergabe nach Kamerun.

'Ich hab in dem Moment nicht überlegt, was das für Folgen an Arbeit und Schriftverkehr nach sich zieht', erzählt Dr. Holzheu. Das Fahrzeug vom militärischen Olivgrün auf ziviles Weiß umzuspritzen war noch die einfachste Übung. Auch der Kontakt zu den Brixener Franziskanerinnen, die in Shisong in der Nordwestprovinz Kameruns eine Klinik betreiben, ließ sich via Rom noch problemlos knüpfen. Doch die Bürokratie machte dann schwer zu schaffen. 'Kamerun gewährt Hilfsorganisationen keine Zollfreiheit', erklärt der 74-Jährige. Nach seinen Erfahrungen ist er froh, dass ihm die katholische Mission in Duda diese Formalitäten abnimmt.

Dieser Tage müsste das Fahrzeug, das über Basel und Rotterdam verschifft wurde, in Kamerun eintreffen. Dr. Holzheu flog heute Morgen nach Kamerun ab, um es nach den Zollformalitäten zu übernehmen und nach Shisong zu fahren. Begleitet wird er von Mathias Zwarg aus dem Oy-Mittelberger Ortsteil Petersthal, der seinen Resturlaub für die dreiwöchige Tour opfert. 'Straßen- und pistenmäßig wird die englischsprachige Provinz von der französischsprachigen Regierung eher benachteiligt', so Dr. Holzheu, 'aber wirtschaftlich ist sie recht gut gestellt.'

Auf das Krankenhaus Shisong hatten Dr. Holzheu Einheimische aufmerksam gemacht, die es als 'mit das beste in ganz Kamerun' bezeichneten. Kontakt nach Kamerun hatte er unter anderem, als ein Hilfscontainer der von ihm gegründeten Hilfsorganisation Parmed Nähmaschinen und Stoffe für Nähstuben in das westafrikanische Land brachten. Über dieses von einer Münchnerin initiierte Projekt erfuhr er von dem Krankenhaus der Franziskanerinnen. Der Transporter soll nun dazu dienen, Kranke und Verletzte aus der gesamten Region in die Klinik zu bringen, die großen Zulauf habe und deshalb auch erweitert werde.

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