Von brillant bis trostlos

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Kempten | be | Sein Herz schlägt für die Altstadt und wenn er dort etwas bewegen will, nimmt er kein Blatt vor den Mund: Der Vorsitzende der Altstadtfreunde Hansjürg Hensler. Mit Spannung wird deshalb der so genannte Altstadtbrief erwartet, in dem die Altstadtfreunde ihre Wünsche einfordern. Manchmal mit Erfolg, denn 'selten wurden laut Hensler so viele Ziele erreicht und Wünsche verwirklicht wie in 2007'.

l Lob: Ein großes Kompliment gab es für die Erfüllung des größten Wunsches 'Bebauung Schwanengelände' und Bäckerstraße 9 (Schwarzer Adler), das für den Stadtjugendring vorgesehen ist. 'Brillant und vollkommen geglückt' seien der Umbau Stadttheater, Wilhelm-Löhe-Haus und St.-Mang-Kirche.

l Wünsche: Die gibt es natürlich auch im Altstadtbrief - an vorderster Stelle der Lieblingswunsch Henslers: Ein neues Konzept für die Burghalde, gerade im Bereich der Gastronomie. Ein großes Anliegen ist auch die Weiterentwicklung Nordkurve (Gerberstaße/Brandstatt), eine Verkehrsüberwachung am Rathausplatz ('hier fährt fast jeder wie er will') sowie ein 'schlüssiges, umsetzbares und von jeglicher ideologischer Verkrampfung freies Konzept' für das Beginen-Haus.

l Kritik: Harte Worte findet Hensler für die Entwicklung Rosenau. 'Man muss hier die Eselsgeduld dieser Käufer einmal bewundern, da diese ja auch immer wieder vertröstet und hingehalten werden wie wir alle', schreibt Hensler und findet: 'Nach sechs Jahren des Versprechens und Zusagens der Altbausanierung und dem Verkauf des größten Teils des historischen Fabrikgebäudes, nach spektakulärem Fenstereinreißen, fühlen wir uns gewaltig auf den Arm genommen'.

Hart geht Hensler mit dem Bürgerentscheid XXXLutz ins Gericht: 'Wir wollen auch an demokratischen Entscheidungen nicht herummäkeln. Hier wurde aber die Demokratie mit einer gigantischen Kampagne erschlagen und vergewaltigt'. Wie immer man XXXLutz am Haslacher Berg sehe, es bleibe ein schaler Nachgeschmack. Wiederholt kritisiert Hensler den maroden Zustand des 4-P-Hauses (Hauptmieter Stadt) sowie den 'zunehmend trostlosen' Eindruck bei Illerkauf und Zentralhaus. Habe man hier keine Lösungen, laufe wohl etwas gewaltig aus dem Ruder.

l Vorschläge: Auch die gibt es zuhauf. Einer davon geht an die Adresse der Festwochen-Verantwortlichen. Hensler schlägt vor, die alte Idee der Altstadtfreunde wieder aufzunehmen und die Festwoche zu öffnen. Entgangene Eintrittsgelder könnten durch das größere Gelände und somit mehr Standmieten aufgefangen werden. Dann wäre auch wieder Platz für Besucher, die 'sich nicht ab 19.30 Uhr tanzend auf Bierbänken bewegen und sich bei voller Stimmungsmusik-Dröhnung nur noch schreiend unterhalten wollen'.

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