Immenstadt
Vom Kämpfen und Feiern im Land der Moldau

Friedrich (Bedich) Smetanas «Die Moldau» ist ein Lehrstück für illustrative Musik: Von den sanft sprudelnden Quellen bis zum breiten Strom, der der Stadt Prag zustrebt und allmählich dem Blick entschwindet, schildert die Tondichtung leicht fasslich in verschiedenen Stationen die Gefühle eines Beobachters am Flussufer: auf der Jagd oder beim Tanz, in der klaren Mondnacht oder beim Anblick der Stromschnellen.

Etwas im Schatten solchen Klassik-Schlagers stehen die weiteren fünf Tondichtungen, die der tschechische Komponist mit der «Moldau» zum Zyklus «Mein Vaterland» zusammengefügt hat. Das gesamte sechsteilige Werk stellen die Stuttgarter Philharmoniker beim 38. Immenstädter Symphoniekonzert am Donnerstag, 4. März, im Hofgarten vor. Am Pult steht dabei der Prager Dirigent Leo Svárovsky.

Leo Svárovsky, 1961 in Gablonz/Nordböhmen geboren, studierte zunächst Flöte am Prager Konservatorium und später Dirigieren an der Akademie der musischen Künste bei Václav Neumann, besuchte Meisterkurse bei Herbert von Karajan und arbeitete als Assistent von Sir Georg Solti und Claudio Abbado bei den Festspielen in Salzburg. Er war Chefdirigent des Balletts des Nationaltheaters in Prag und leitete Produktionen an der Staatsoper Prag.

Zur Zeit ist Leo Svárovsky der ständige Dirigent des Sinfonieorchesters Prag, ständiger Gast der Staatsphilharmonie Brünn und wirkt als Pädagoge an der Akademie der musischen Künste in Prag.

Der Zyklus «Mein Vaterland» ist Smetanas bedeutendstes Orchesterwerk. Die sechs Tondichtungen, die zwischen zehn und 16 Minuten dauern und an Franz Liszts Vorbilder anknüpfen, entstanden zwischen 1874 und 1879 jeweils paarweise. Die thematische Klammer bildet ein Motiv, das die sagenumwobene erste Prager Burg beschreibt, den «Vyehrad». Dieser Burg ist auch der erste Teil des Zyklus gewidmet, der aus mythischem Dunkel die Legende wiederaufleben lässt, bevor die Klangwogen der «Moldau» strömen.

Eine düstere Sage um männermordende Amazonen schildert das Schlachtengemälde «árka», die Anmut der Landschaft beschwört der filigran gewirkte Lobpreis «Aus Böhmens Hain und Flur». Der Zyklus endet mit den bekenntnishaften Teilen «Tábor» und «Blaník», die den Kampf der Hussiten, der Anhänger des Reformators Jan Hus, um Glauben und Vaterland zum Sinnbild für das Bemühen der Tschechen in der Donaumonarchie machen, als Nation wiederaufzuerstehen.

Mit Smetanas «Mein Vaterland» gastieren die Stuttgarter Philharmoniker - nach bejubelten Konzerten unter den Dirigenten Walter Weller und Gabriel Feltz - nun zum vierten Mal in Immenstadt. Veranstalter sind die Kulturgemeinschaft Oberallgäu und die Sonthofer Gesellschaft «Freunde der Musik».

Termin: Donnerstag, 4. März, 20 Uhr, Immenstädter Hofgarten. Karten: Gästeinformation Immenstadt, Telefon 08323/914-176, Bücher Greindl Sonthofen, Telefon 08321/26160.

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