Kempten
Vom Fußpilz bis zur Krebserkrankung

Wer in Kempten an die Bundeswehr denkt, hat in der Regel die Ari-Kaserne an der Kaufbeurer Straße mit dem Gebirgssanitätsregiment vor Augen. Nur wenige Zivilisten wissen vom Fachsanitätszentrum am Haubensteigweg, gegenüber des Carl-von-Linde-Gymnasiums. Die Fachärzte dort sind Anlaufstelle für alle Soldaten im Allgäu. Ihr Chef hat den höchsten Dienstgrad in Kempten.

Das Fachsanitätszentrum bietet eine große Bandbreite medizinischer Versorgung: «Das geht vom einfachen Fußpilz oder Schnupfen über Sportverletzungen bis zu Krebspatienten oder psychiatrische Erkrankungen», erläutert der Leiter des Zentrums, Flottenarzt Dr. Frank Bertling, ranghöchster Offizier am Standort.

Ein Marineoffizier in den Allgäuer Bergen? Seit 2001 ist der Sanitätsdienst in der Bundeswehr zentralisiert. Das heißt: Heer, Luftwaffe und Marine haben nicht mehr ihre eigene medizinische Versorgung, sondern im Sanitätsbereich kümmern sich Ärzte aus allen Teilstreitkräften zusammen um die Patienten. Und auch die Soldaten, die behandelt werden, stammen aus allen verschiedenen Einheiten. Einmal wurde sogar ein durchreisender Offizier auf dem Weg zum Nato-Stützpunkt bei Neapel behandelt.

8000 Untersuchungen

Hinzu kommen medizinische Gutachten, Einstellungsuntersuchungen sowie der Nacht- und Wochenenddienst für alle Allgäuer Bundeswehr-Standorte. «Wobei wir hauptsächlich ambulant behandeln», erläutert Oberfeldarzt Dr. Tobias Gamberger. Doch die zwölf Betten ermöglichen auch eine stationäre Aufnahme - etwa 300 pro Jahr. Dem stehen 8000 fachärztliche Untersuchungen gegenüber, von insgesamt 24000 Kontakten zur Truppe - sieben Tage die Woche. Ist ein längerer Klinikaufenthalt notwendig, werden die Patienten in zivile Krankenhäuser überwiesen.

Im Dienst sind die Allgäuer Sanitäts-Mitarbeiter aber nicht nur in Kempten und am Standort in Sonthofen. «Immer mehr werden wir aufgefordert, Leute für Auslandseinsätze abzustellen», macht Flottenarzt Bertling klar. Und zwar alle Dienstgrade - Ärzte, Sanitäter oder Fahrer - im Kosovo, in Bosnien, Afghanistan, Zypern, dem Sudan oder auch mal für die humanitäre Hilfe nach dem Tsunami in Südostasien: «Drei bis fünf meiner Leute sind permanent im Ausland.»

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