Vom fröhlichen Klingeling zum imposanten Finale

Waal/Kaufbeuren Der Markt Waal hat ein Theaterhaus, das nicht regelmäßig bespielt wird. Einen weiteren erfolgreichen Versuch, es über die Passions- und Heiligenspiele hinaus zu nutzen, unternahm nun die Musikgesellschaft 'Harmonie' Waal, die dort unter dem Motto 'Passion of Music' (Leidenschaft der Musik) ein Gemeinschaftskonzert mit der Tänzelfest-Knabenkapelle aus Kaufbeuren gab. Dem Waaler Vorsitzenden Christian Klausner war klar, dass man nicht solche Zuschauermassen wie im vergangenen März bei 'German Brass' erwarten konnte, aber es war zumindest gut die Hälfte des Parketts besetzt.

Gemäß den Repertoire-Schwerpunkten der beiden Kapellen hatte man das Programm sinnvoll aufgeteilt. Kaufbeuren war für Konzertantes und moderne Unterhaltungsmusik zuständig, wogegen Waal nach der Pause vorwiegend Polka und Marsch spielte.

Nach dem frischen Eröffnungsmarsch 'Fascination' ging Dirigent Wolfgang Wagner mit der Tänzelfest-Kapelle gleich auf musikalische Reise nach Brasilien. 'Os Passaros do Brasil' (Die Vögel von Brasilien) von Kees Vlak gab mit den Sätzen 'Farbige Vögel', 'Traurige Taube' und 'Die Vögel des Karnevals' vielseitige Klangeindrücke aus dem größten Land Südamerikas.

Mit Musik aus 'Backdraft' von Hans Zimmer gab es nicht alltägliche Filmmusik zu hören. Ebenso außergewöhnlich waren auch die solistischen Darbietungen auf Instrumenten, die in der Regel nichts im Blasorchester zu suchen haben: Fahrradklingel und Kochlöffel. Neben dem 'Fröhlichen Radfahrer' von Ted Huggens konnte sich das Schlagzeugregister (Wolfgang Wagner: 'Ich habe dort im Moment sehr gute Leute') bei der 'Kleinen Tischmusik' von Manfred Menke präsentieren.

Authentischer Blues bei großer Besetzung

Dass das ganze Orchester auch in dieser großen Besetzung einen authentischen Blues spielen kann, zeigte es zum Abschluss in einem abwechslungsreichen Arrangement des bekanntesten Stückes dieser Gattung, des 'St. Louis Blues' von William Christopher Handy.

Mit 'Gruß an Böhmen' von Vaclav Vackar eröffneten die Waaler Musiker nach der Pause, gleichzeitig als Gruß des Dirigenten Rudi Wanka an seine Böhmerwälder Heimat gedacht. Abgesehen davon, dass die Kapelle ohnehin eine für böhmische Blasmusik fast ideale instrumentale Besetzung hat, spielte sie auch stilistisch einwandfrei und dynamisch sehr zivilisiert. Würden die hin und wieder auftretenden Unebenheiten in der Intonation noch beseitigt, dann hätte man beste Chancen, bei den in jüngster Zeit immer häufiger ausgerichteten Wettbewerben für böhmisch-mährische Blasmusik eine gute Figur zu machen.

Weitere Höhepunkte im Programm der Waaler Musiker waren die Feinschmecker-Polka, der Andulka-Marsch und zwei Nummern von Kurt Pascher, bei dessen Böhmerwälder Musikanten sowohl Wanka als auch Wolfgang Wagner mitspielen: die Johann-Polka und 'Hab’ Sonne im Herzen'.

Mit dem 'Bozner Bergsteiger-Marsch' und dem 'König-Ludwig-Marsch' von Georg Fürst verabschiedete sich ein imposanter Gemeinschaftschor aus beiden Kapellen, der locker die Bühne des Passionsspielhauses füllte. Joachim Buch

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