Marktoberdorf
Virtuoses auf der Panflöte

Der moldawische Panflötist Roman Kazak gab ein Konzert im Rathaussaal, wobei er von seinem Landsmann Wladimir Steba am E-Piano begleitet wurde. Highlights der klassischen Musik standen auf seinem Programm, volkstümliche Stücke aus Osteuropa und natürlich Weihnachtslieder. Er beeindruckte mit seiner Virtuosität und besonders in den langsameren Stücken mit einer berückenden Tongestaltung.

Die Arrangements bekannter klassischer Stücke waren ein Schwerpunkt in Roman Kazaks Konzert. Er setzte dabei auf bekannte ruhige Stücke, wie das Ave Maria von Schubert oder «Air» von Bach, in denen er jeden Ton genussvoll zum Klingen brachte und emotional gestaltete. Bei den schnellen Stücken wie der Badinerie von Bach oder der Rhapsodie von List beeindruckte er durch seine virtuose Beherrschung des Instruments, oft durch extreme Forcierung des Tempos.

Höhepunkte des Konzerts waren Stücke aus der osteuropäischen Volksmusik, wie die atemberaubend rasante Melodie aus Bukowina, aber auch das getragene «Die Augen meiner Liebsten» aus Rumänien. Dazu brillierte Kazaks musikalischer Partner Wladimir Steba am E-Piano mit souveräner Begleitung. Passend zur Vorweihnachtszeit gab es noch ein umfangreiches Weihnachtsliedermedley.

Dabei nutzte Steba die Keyboard-Funktionen seines E-Pianos aus und schaltete schon mal in das Orgel- oder Glöckchenregister um.

Klarer Klang

Kazak spielte nicht die bekanntere, windig klingende Panflöte aus den Anden, deren Röhrchen in einer oder mehreren geraden Reihen angeordnet sind, sondern die klarer klingende Nai, die ursprünglich aus Rumänien stammt. Deren Röhrchen sind in einem Bogen angeordnet und deren Klang ähnelt einer Holzquerflöte. Der klarere Klang macht das Spielen vieler klassischer Stücke erst möglich, auch wenn Kazak mit extrem hohen Tempi bei den hohen Tönen bis an die Grenzen seines Instrumentes und seiner Blastechnik vorstieß.

Schade, dass die Ansagen nur extrem knapp waren, wohl den geringen Deutschkenntnissen geschuldet. Auch waren vermutlich deshalb Kazaks Ankündigungen manchmal ungenau oder nicht korrekt. So wurde etwa aus «Air» von Bach eine Arie, aus seiner berühmten Badinerie ein Scherzo. Das Publikum sah ihm diese Schwäche jedoch gerne nach, kam es dadurch doch in den Genuss einer größeren Anzahl von Musikstücken. Am Ende gab es lang anhaltenden Beifall der über 80 Zuhörer und einen regen Andrang auf die zum Verkauf angebotenen CDs.

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