Füssen / Ostallgäu
Viren haben verstärkt Magen und Darm im Visier

Winterzeit - Erkältungszeit: Ärzte und Apotheken haben derzeit Hochkonjunktur. Doch nicht nur die klassische Bronchitis ist angesichts der Minusgrade im südlichen Landkreis auf dem Vormarsch. Viele Ärzte im Füssener Land registrieren zugleich immer mehr Viren-Attacken auf den Magen-Darm-Trakt der Bürger. «Diese Häufung ist ungewöhnlich», findet Internist Dr. Andreas Feil (Obmann der Dienstgruppe Füssen der Ärzte), der selbst zwei bis drei solcher Fälle pro Tag behandelt.

«Der Verlauf ist nicht schlimm, nach ein paar Tagen ist man wieder fit», erläutert Feil seine Erfahrungen mit den Magen-Darm-Infekten. Dr. Rainer Karg bestätigt dies. Erbrechen, Durchfall, Bauchkrämpfe und leichtes Fieber: So beschreibt der Mediziner aus Halblech die häufigsten Symptome. In Einzelfällen habe er per Infusion Elektrolytlösungen verabreicht - «für Senioren oder schwangere Patienten.»

Noch nicht im Ostallgäu angekommen scheint dagegen die echte Grippe (Influenza), die im Gegensatz zum grippalen Infekt weit schwerwiegendere Symptome (allem voran hohes Fieber) aufweist. «Bislang hatten wir noch keinen reinrassigen Fall», berichtet Dr. Dirk Stender aus Pfronten. In den Augen seines Berufskollegen Andreas Feil ist es noch immer sinnvoll, sich gegen die Influenza impfen zu lassen.

«Denn ich gehe davon aus, dass bis Februar noch eine Welle zu uns schwappt», so Feil.

Durchfall, Fieber, Heiserkeit: Die Krankheits-Konjunktur sorgt auch bei den Arzneikundigen für Hochbetrieb - etwa bei Horst Immler von der St.-Mang-Apotheke. Wobei auch hier die Magen-Darm-Infektionen eine große Rolle spielten. Simone Wagner von der Stadt-Apotheke hat eine simple Erklärung für die Häufung dieser Erkrankung: «Die Viren werden von Urlaubsgästen eingeschleppt und verbreiten sich dann, da kann es in den Hotels noch so hygienisch zugehen», ist sie überzeugt. Schließlich beobachte sie dieses Phänomen zwischen Weihnachten und Dreikönig seit mehreren Jahren.

Und die Schweinegrippe? «Hier haben wir momentan Sendepause», fasst Ärzte-Obmann Feil die Rückmeldungen vieler Kollegen zusammen. Auch bei Dr. Stender in Pfronten ist der Erreger derzeit nur am Rande ein Thema - zumal die zuvor von ihm behandelten Fälle durchweg harmlos verlaufen seien. Für eine vollständige Entwarnung sei es freilich noch zu früh, gibt Feil zu bedenken. «Der Winter ist noch nicht vorbei und keiner weiß, ob nicht doch noch ein neuer Schub kommt.»

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