Kaufbeuren / Ostallgäu
Virale Infekte plagen vermehrt Magen und Darm

Triefende Nasen, heisere Hälse, quälender Husten: Winterzeit ist oft auch Erkältungszeit. In den kalten Wochen des Jahres florieren die Viren, die für unangenehme Beschwerden sorgen.

 Doch nicht nur die üblichen grippalen Infekte sind derzeit auf dem Vormarsch. In den vergangenen Tagen registrierten Ärzte und Apotheker in Kaufbeuren und Umgebung vermehrt virale Attacken auf den Magen-Darm-Trakt der Menschen, darunter auch häufig durch den so genannten Norovirus.

«Die Bedingungen sind auch für die Ausbreitung dieses Virus im Winter besonders günstig», erklärt der kommissarische Leiter des Ostallgäuer Gesundheitsamtes, Dr. Wolfgang Glasmann. Der Erreger, der beim Erkrankten heftige Durchfälle und Erbrechen sowie Fieber auslösen kann, sei hoch ansteckend und werde durch das bloße Einatmen von Tröpfchen aus der Luft übertragen.

Unangenehm, aber tolerabel

Zwar klingen die Symptome zumeist nach wenigen Tagen wieder ab und sind für den Durchschnitts-Erwachsenen tolerabel, wenn auch unangenehm. Für Kinder, ältere Menschen und Patienten mit Vorerkrankungen könne die Noroviruserkrankung, die mit viel Flüssigkeitsverlust verbunden ist, jedoch mitunter gefährlich verlaufen. «Eine Therapie ist bei diesem Virus schwierig. Man kann lediglich die Symptome behandeln», erklärt Dr.

Rochus Höhne vom Vorstand des Ärztlichen Kreisverbandes Ostallgäu. Auch der Kaufbeurer Allgemeinarzt zählte in der jüngsten Zeit vermehrt Magen-Darm-Infekte unter seinen Patienten. «Aufgrund der Jahreszeit sind viele Leute ohnehin schon erkältet und immungeschwächt, da tun sich solche Viren natürlich leicht», so Höhne. Sein Berufskollege Dr. Glasmann ergänzt, dass auch die derzeitigen Faschingsfeiern ihr Scherflein dazu beitragen: «Enge Kontakte, Schlafmangel und der Konsum von Genussgiften sind ein guter Nährboden für Infekte jeglicher Art.»

Echte Grippe steht noch aus

Dass die echte Grippe (Influenza), die im Vergleich zum grippalen Infekt wesentlich schwerwiegender verläuft, bislang kaum um sich greift, wundert die Mediziner nicht. «Die Hochsaison dafür beginnt erfahrungsgemäß erst Ende Februar, Anfang März», sagt Höhne. Die große Welle stehe demnach noch aus. Zu spät, um sich dagegen impfen zu lassen, sei es daher keineswegs. Vor allem immungeschwächten Leuten empfiehlt er diese Vorkehrung dringend.

Und was ist mit der Schweinegrippe? «Auch wenn die Zahl der Neuerkrankungen stark zurückgegangen ist, gibt es derzeit keinerlei Entwarnung», berichtet Höhne. Die Erfahrung zeige, dass derartige Pandemien stets wellenförmig verlaufen. Es sei daher völlig offen, ob im Frühjahr noch eine weitere Spitze zu erwarten sei.

Impfstoff ist jedenfalls genug vorhanden. «Die Nachfrage liegt derzeit bei null», berichtet Erich Degenhardt, Apothekensprecher für Kaufbeuren und das Ostallgäu. 300 Einheiten des Schweinegrippe-Impfstoffs habe er momentan in seiner Apotheke auf Vorrat. Was damit passiert, wisse er nicht.

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