Viele Steine, wenig Grün

Von Fritz Settele, Babenhausen - Sachgerechte Nüchternheit, Grau in Grau oder klar gegliederte Gestaltung des Rathaus-Vorplatzes? Weit gehen die Meinungen in der Bevölkerung über das 380000-Euro-Projekt auseinander. Pointiert brachte Geistlicher Rat Lothar Lidel bei der Einweihungsfeier die Facetten auf den Punkt. Mehrere Hundert Besucher fanden sich zu den Feierlichkeiten rund um den neu gestalteten Rathaus-Vorplatz ein. Dabei stellte Bürgermeister Theo Lehner klar, dass von den Gesamtkosten in Höhe von 380000 Euro rund 240000 Euro auf staatliche Fördermittel entfielen. Sicherlich sei die Gestaltung gewöhnungsbedürftig, da den Babenhausern der alte Vorplatz in 'Fleisch und Blut' übergegangen sei, so Lehner. Allerdings würden sich Fremde mehrheitlich positiv dazu äußern. Auch für die Einheimischen scheint er 'von Woche zu Woche akzeptabler'. Geistlicher Rat Lothar Lidel würdigte die Ausgestaltung durchaus kritisch, wobei er sein Ohr deutlich an der Bürgermeinung hatte. So verglich er das Ergebnis mit der Ouvertüre einer Oper, in der alle Themen kurz anklingen, um einen komprimierten Gesamteindruck entstehen zu lassen. Als er als 'Nachbar' den Rathausvorplatz in seiner endgültigen Fassung gesehen habe, drängte sich ihm der Gedanke auf: 'Viele Steine, wenig Grün.' Ob dieses Grau in Grau ein Sinnbild für die schlechte finanzielle Situation darstelle? Über die neu gestaltete Treppenanlage könnten die Gemeinderäte 'würdevoll in die Niederungen' hinab steigen und sich den Problemen der Bevölkerung hautnah annehmen. Auch ging Lidel auf die nächtliche Lichtgestaltung des Vorplatzes in den Landesfarben weiß und blau ein. Diese könne sich durchaus sehen lassen, wobei er sich fragte, ob es so grell sein müsse. 'Oder dokumentiert dieses Grelle, wie es am Wochenende oft rund ums Rathaus zugeht?', fragte er. Positiv verbinde sich die Rathausbeleuchtung mit derjenigen des Fuggerschlosses und verdeutliche die 'aristokratische Herkunft' der Marktgemeinde. Wie arrangiert setzte auf den Hinweis auf das Gotteshaus das Glockengeläut ein. Anschließend stellte sich der neue evangelische Pfarrer Stefan Scheuerl der Öffentlichkeit vor. Auch Scheuerl fehlten bei der ersten Betrachtung des neuen Babenhausener Rathaus-Vorplatzes die Farbtupfer, weshalb der Platz etwas nüchtern wirke, aber trotzdem einladend sei.

Gemeinsamer Hoigata Für das bunte Rahmenprogramm sorgten die Haseltaler Alphornbläser, die Babenhauser Volkstanzgruppe und die Musikkapelle Babenhausen, die auch den anschließenden gemeinsamen Hoigata musikalisch umrahmte.

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