Marktoberdorf
Viele Kunden sind mit Geschenken spät dran

«Viele Kunden haben wohl erst jetzt gemerkt, dass Weihnachten am 24. ist», sagt Helga Franz und lacht. Die Inhaberin von Spielwaren Härtle spielt damit auf eine Tatsache an, die viele Marktoberdorfer Einzelhändler im Weihnachtsgeschäft gespürt haben: Es ist schleppend angelaufen, mittlerweile brummt es aber bei vielen.

«Im November war es noch ruhig. Seit es kälter ist, geht es aber richtig rund», meint Franz. Sie hat bei ihren Kunden aber noch einen anderen Trend entdeckt: Die Rückkehr zu Klassischem und Hochwertigem. Denkspiele, Puppenküchen, besondere Stehpuppen und etwas von Michel aus Lönneberga stehen bei vielen ganz oben auf dem Wunschzettel. «Ganz viele kaufen ihren Kindern jetzt Sachen, die sie in ihrer Kindheit schön fanden», sagt Franz.

Die Ostallgäuer wünschen sich aber nicht nur Spiele und Spielzeug, sondern auch Elektronik unter dem Christbaum. Neueste LED-Fernseher und Spielkonsolen laufen bei Expert Braun sehr gut, weiß Marktleiter Ralf Mayrhans. «Die Neuheiten sind sehr gefragt», sagt er. Auch bei Expert Braun lief das Weihnachtsgeschäft allerdings schleppend. Erst in den vergangenen zwei Wochen ging es los, sodass Mayrhans mittlerweile «ganz zufrieden» ist.

Das sind auch die Marktoberdorfer Modegeschäfte. Renate Huttner von Sportmode Huttner verzeichnet ein ähnlich gutes Geschäft wie im Vorjahr. Alles, was mit Schnee zu tun hat, läuft bei Huttner besonders gut. Auch Xaver Martin hatte eine «gute Kundenfrequenz» und ist «positiv gestimmt». In den Tagen vor Weihnachten rechnet er noch mit einer Steigerung: «Es ist auffällig, wie viele Männer kurz vor dem Fest noch eilig zur Kasse rennen und dort nur die Frage nach dem Betrag auf dem Gutschein beantwortet werden muss», erzählt Martin und schmunzelt.

«Viele schauen erst woanders»

Für ganz Eilige hat auch noch Franz Theo Hansen vom gleichnamigen Schmuckgeschäft noch etwas: «Die letzten Tage vor Weihnachten geht es nochmals aufwärts», sagt Hansen, der mit dem Geschäft im Krisenjahr zufrieden ist. Das kann von «Atterer Kochen und Schenken» nicht behauptet werden. «Es läuft erst seit zwei Wochen», sagt Leiterin Petra Wachter, die erfahrungsgemäß noch auf eine Steigerung vor Weihnachten setzt. Unzufrieden ist Wachter besonders mit dem vergangenen Samstag. «Da hatten wir, wohl auch wetterbedingt, wenige Kunden», sagt sie. Bestimmte Renner hat Wachter nicht ausgemacht, allerdings scheinen auch bei ihr viele Kunden zu Klassischem zurückzukehren: «Viele Menschen legen wieder Wert auf schön gedeckte Tische. Das wurde lang vernachlässigt.»

Die Hoffnung auf die Kurzentschlossenen hegt auch Buchhändlerin Marlies Pötzl, bei der es abgesehen vom Klassik-CD-Verkauf «sehr durchwachsen» gelaufen ist. «Grundsätzlich geht es in Marktoberdorf spät los, weil viele erst woanders hinfahren. Dann kommen sie wieder hierher und stellen fest, dass es viele Sachen auch hier zu kaufen gibt», sagt Pötzl.

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