Viele Fürsprecher für das Amtsgericht

Oberallgäu(uw). - Die Entscheidung über die Zukunft des Sonthofener Amtsgerichtes ist noch nicht gefallen. Sie steht erst im Juli an. Gleichwohl ist Landrat Gebhard Kaiser optimistisch, dass sich trotz aller Spar- und Rationalisierungsideen der Staatsregierung am Gerichtsstandort Sonthofen nichts nachteilig verändert. Dass die auch von Landtagsabgeordneten getragenen Argumente gewürdigt werden, hofft Sonthofens Bürgermeister Hubert Buhl. Der Bestand der Behörde sei für das südliche Oberallgäu, die Einwohner und die Wirtschaft 'enorm wichtig'. Der Rathauschef verweist da nicht allein auf den Wert einer bürgernahen Rechtsprechung. Gerade auch das Grundbuchamt sei für Dienstleistungsbetriebe, Banken und die Immobilien-Wirtschaft bedeutsam. 'Wir brauchen kurze Wege', betont Buhl. Wenn es der Staatsregierung wirklich um Wirtschaftlichkeit gehe, könne das Amtsgericht eigentlich nur bestehen bleiben. Nach zwei Gesprächen mit Justizministerin Beate Merk ist Landrat Kaiser 'guter Hoffnung', dass eben das der Fall sein wird. Schließlich sprächen für die 'größte Amtsgerichts Außenstelle in Bayern' viele Argumente.

Das Gericht sei gut und modern ausgestattet. Dazu zählt der 1999 bezogene, rund fünf Millionen Euro teure Erweiterungsbau. Der Platzgewinn ermöglichte es, den zum Gerichtsbezirk gehörenden Teil des Grundbuchamtes wieder von Kempten nach Sonthofen zurückzuverlagern. Kaiser regt zudem an, Sonthofen mit einem Familiengericht auszustatten. Dann wären alle notwendigen Zweige für ein selbstständiges Hauptgericht vor Ort. Das unterstützt der CSU-Landtagsabgeordnete Alfons Zeller: Die Aufwertung der Zweigstelle Sonthofen zu einem Vollgericht ließe sich nahezu kostenneutral umsetzen. Dagegen bringe eine Auflösung der Außenstelle neben Miet- und Umbaukosten auch weitere Personalausgaben (etwa Trennungsgelder und Reisekosten). Denn beim Umzug nach Kempten müssten dort Räume angemietet werden. Doch für die staatseigene Immobilie in Sonthofen ließen kaum sinnvolle oder gar rentable Fremdnutzung finden, so Zeller. In einem Schreiben hat Zeller der Ministerin noch einmal wesentliche Gründe für einen Erhalt des Gerichts genannt. Uneingeschränkt für den Erhalt des Amtsgerichts ist auch Immenstadts Bürgermeister Gerd Bischoff. Zum einen sei man daran interessiert, dass die Nachbarstadt nicht weiter geschwächt wird. Zum anderen seien schnelle Wege und die Nähe zur Bevölkerung wichtig für eine bürgerfreundliche Verwaltung. So sieht es auch Oberstdorfs Bürgermeister Thomas Müller: 'Kurze Wege sind immer von Vorteil.'

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