Viele Erwartungen an den neuen OB

Kaufbeuren(mab). - Unterschiedliche Reaktionen hat der Erdrutschsieg des CSU-Kandidaten Stefan Bosse bei den sieben im Kaufbeurer Stadtrat vertretenen Parteien ausgelöst. 'Nun wird es mehr miteinander als gegeneinander in Kaufbeuren geben', sagte Werner Seibt, Fraktionssprecher der CSU. 'Wir wollen nun allen Fraktionen die Zusammenarbeit anbieten.' Die wichtigsten Themen seien das Klinikum ('Eventuell könnte es reichen, nur das Management zu privatisieren, statt das ganze Krankenhaus') und Parkplätze ('Wir können als Kommune die Geschäfte nicht direkt unterstützen, aber flankierende Maßnahmen ergreifen'). Mit Bosse werde der Stadtrat die Parkgebühren, wie versprochen, sicher senken. Der für Kaufbeuren zuständige CSU-Landtagsabgeordnete Franz Pschierer sieht als Ursachen für den Wahlsieg Bosses den Kandidaten, 'der ein Höchstmaß an Einsatz und Integrität zeigt' und die 'Geschlossenheit des bürgerlichen Lagers', wofür er sich bei FDP und KI bedankte. 'Ich habe selten einen Menschen kennen gelernt, der so korrekt, g'radlinig, sachkundig und gewissenhaft ist wie Andreas Knie', so Eugen Böckler, Fraktionschef der Freien Wähler (FWG). Der Wähler habe aber eine klare Sprache gesprochen und das hätte die FWG zu akzeptieren. 'Ich selbst werde keine Probleme mit Stefan Bosse haben. Ich kenne ihn seit 35 Jahren, wir waren Nachbarn', so Böckler. 'Wir werden ihm selbstverständlich die Zusammenarbeit anbieten.

' SPD-Fraktionsvorsitzender Dieter Matthes dankte Andreas Knie 'für zwölf Jahre konstruktive Zusammenarbeit'. Man sei zwar nicht immer einer Meinung gewesen, aber das sei normal in einer Demokratie (Die SPD hatte Knie im Wahlkampf ausdrücklich unterstützt). Von Bosse will er sich überraschen lassen. Dieser habe bislang lediglich 'allen alles versprochen'. Für KI-Chef Ernst Holy hingegen habe Bosse konkret die Bürger gefragt, 'wo der Schuh drückt.' Das sei bei den Menschen angekommen. FDP-Fraktionschefin Charlotte Brendel zeigte sich sehr zufrieden und sieht eine Ursache in der Niederlage Knies in seiner 'fehlenden Kommunikationsfähigkeit'. Nun müsse Bosse aber halten, was er versprochen hat. Hermann Reisach von den Grünen (die keinen der beiden Kandidaten unterstützt hatten) zeigte sich überrascht von dem eindeutigen Ergebnis. Er habe gedacht, dass es viel knapper ausfallen werde. Phantasien und Projekte habe er aber weder bei Knie noch bei Bosse erkennen können. WIN-Fraktionssprecher Georg Kollmeder sieht die Zukunft Kaufbeurens düster: Die CSU habe auch in den vergangenen zwei Jahren trotz ihrer relativen Mehrheit im Stadtrat nicht viel ausgerichtet. Das werde sich mit Bosse wohl nicht ändern.

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