Marktoberdorf
Viele Baustellen bis zum Ziel

Viel hausgemachter Verkehr, Straßen, die dem innerstädtischen Bedarf nicht entsprechen, mangelhaftes Stadtbusangebot, schlechtes Parkplatzmanagement: Schonungslos legte Verkehrsexperte Robert Ulzhöfer vom Münchner Büro Lang und Burkhardt in seinem Vortrag vor rund 70 Zuhörern die Baustellen offen, die in Marktoberdorf abgearbeitet werden sollten. «Da wird uns in den nächsten zehn Jahren der Gesprächsstoff nicht ausgehen», war sich Dr. Wolfgang Hell, Vorsitzender der Lenkungsgruppe von «Mitten in Marktoberdorf», sicher. Sie hatte zum Vortrag eingeladen.

Ulzhöfer ging zunächst auf die Ergebnisse der Verkehrsbefragung ein, die im Frühjahr in Marktoberdorf stattfand. Vor allem der Binnenverkehr sei wie in vergleichbaren Städten sehr intensiv. Im Durchschnitt war jeder Marktoberdorfer 4,2 Mal pro Tag unterwegs. Spitzenreiterin sei eine junge Mutter mit 22 Ortsveränderungen gewesen, wobei die Strecken oft nicht länger als eineinhalb Kilometer waren. Mit je 15000 Fahrzeugen pro Tag seien die Bahnhofstraße und die Meichelbeckstraße am meisten belastet.

Nicht für alles ein Auto nötig

Der 19-prozentige Anteil von Radfahrern zeige, dass nicht für alles das Auto nötig ist. Nur müssten sich die Radler sicherer im Straßenverkehr bewegen können. Ulzhöfer schlug für sie und für Fußgänger weitere Querungshilfen vor.

Habe er für Bahnhofstraße und Meichelbeckstraße auch beim Bau einer Umgehung nur «wenig Hoffnung» auf Beruhigung, besitze das Quartier dazwischen durchaus das Potenzial dazu. So könnten die Parkplätze so bewirtschaftet werden, dass Langzeitparker auf das am Bahnhof geplante Parkhaus ausweichen (Grafik). Das im Kernbereich vorgeschlagene Kurzzeitparken mit viertelstündlicher Gebührensteigerung erntete Kritik vom Handel.

Eigentlich, so zeigte Ulzhöfer, stünden im Zentrum genug Parkplätze zur Verfügung. Dabei bezog er die beiden Tiefgaragen ein, für die er sich kundenfreundlichere Öffnungszeiten wünschte.

Denkbar sei, auch die westliche Georg-Fischer-Straße als verkehrsberuhigten Bereich auszuweisen, und sei es nur zeitweise. Eine Sackgasse etwa in der Jahnstraße verhindere Durchgangsverkehr, sei aber bei Anwohnern unbeliebt. Letztlich gehe es darum, das Zentrum aufzuwerten. Das war ganz im Sinne von «Mitten in Marktoberdorf»: «Wir wollen dort eine höhere Wohn- und Aufenthaltsqualität», erklärte Hell.

Unter dem Strich, griff Hell den Gedanken von Hubert Schmid auf, gehe es darum: «Wollen wir eine große Lösung, die viel Geld kostet, oder nur eine kleine? Das ist eine Grundsatzfrage.»

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