Kempten
Viel Spaß auf und vor der Bühne

Das Medienaufgebot war für ein Konzert in der Kemptener Kultbox sehr ungewöhnlich: Ein Kamerateam des ZDF zeichnete das Konzert für die Kindernachrichten auf, der Bayerische Rundfunk für die Fernsehsendung Südwild, und Radio 7 war ebenfalls vertreten. Dabei waren diejenigen, die dort auf der Bühne standen, noch keine Stars. Aber sie sind auf dem besten Weg dazu. Die Rede ist von «Sternblut», zwei Schwestern aus Ebenhofen (Ostallgäu) mit ihrer Band.

Auch wenn die Stimmen aufgrund des Alters noch etwas ausbaufähig sind - Mona ist 17, ihre jüngere Schwester Debo gerade mal 15 Jahre alt - präsentierten sich die beiden sehr überzeugend den rund 250 Zuschauern. Vor allem die große Bandbreite der Stücke gefiel: Deutscher Poprock irgendwo zwischen Silbermond und Christina Stürmer - mit treibenden Gitarren ebenso wie mit sanften Balladen. Da klang nicht wie bei manch anderen Nachwuchssternchen ein Lied wie das nächste.

So konnte Sternblut rund eineinhalb Stunden Programm fast ohne Durchhänger spielen. Der einzige Stilbruch: «I came for you» - ein Klassiker von Manfred Mann. Hier zeigten die Musiker zwar, dass sie das Publikum antreiben können, doch das wäre ihnen sicher auch mit eigenen Stücken gelungen.

Bei «Illusion» oder «Frei» konnte man die gute Laune des Publikums förmlich greifen. Das galt auch für das bekannteste Lied von Sternblut: «Wir malen uns das Leben». Es war nicht das einzige mit Hitpotenzial: Die mutmaßliche nächste Single, «Mein Engel», fällt zwar klar unter das Kapitel «sehr sanft», kam aber beim Publikum gut an. Das bestand in erster Linie aus Mädchen im gleichen Alter wie Mona und Debo.

Für diese Konzertbesucher waren auch die Texte ideal, die sich oft um erfüllte Teenager-Liebe, entsprechende Enttäuschungen oder auch um Twilight-Filmstar Robert Pattinson drehen. Aber egal, schließlich geht es hier um Musik und nicht um sozialkritische Literatur. Und auch in Sachen Text werden die Mädchen sicher noch reifen.

Quasi zum Ausgleich verfügten sie über eine erstaunliche Bühnenpräsenz. Ständig in Bewegung, trieben sie das Publikum immer wieder zum Mitklatschen oder Mitsingen an. Ihnen machte es sichtlich Spaß, auf der Bühne zu stehen. Das galt auch für Peter Simon an der Gitarre, Christian Bader am Bass und Magnus Dauner-Ego am Schlagzeug. Vor allem letzterer lieferte eine erstklassige Arbeit ab.

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