Via Claudia - Kulturachse in Europa

Ostallgäu/Landsberg am Lech (pas). - Eine angenehme Überraschung erlebte die einstimmig wieder gewählte Vorstandschaft des Vereins Via Claudia Augusta Bayern (VCA). Ab April 2004 werden EU-Fördermittel für den Verein fließen. Deshalb hatte die Vorstandschaft sechs Ideen aus einer rund 100 Vorschläge umfassenden Liste ausgewählt, die als Pilotprojekte zuerst durchgeführt werden sollen. Die Mitgliederversammlung hatte dagegen keine Einwände. Der VCA-Vorsitzende Ingo Lehmann, Oberbürgermeister von Landsberg, schlug vor die Via Claudia Augusta allen Menschen besser ins Bewusstsein zu rufen. Schilder mit dem Logo sollten an den Ortseingängen an die einstige römische Militär-, Kaiser- und Handelsstraße erinnern. Auch Partner- und Patenschaften, mit an ihr liegenden Gemeinden in Österreich und Italien seien dafür geeignet. Zur allgemeinen Überraschung gab es noch keine einzige Partnerschaft zwischen Gemeinden der drei Nationen an der VCA, obwohl geeignete Partner in Tagesfahrten zu erreichen sind. Solche Partnerschaften könnten deswegen im Gegensatz zu manchem 'amtskettentourismus' wirklich mit Leben gefüllt werden. Die VCA sollt wieder zu dem werden, was sie einst war: Eine Achse für mannigfache Begegnungen - und damit zu einer wieder gefundenen Kulturachse zwischen Adria und Donau. Lehmann zeigte den Raum auf, in dem die über 30 Mitgliedsgemeinden des Vereins VCA liegen. Er freute sich besonders, dass die Stadt Donauwörth - Endpunkt der VCA an der Donau - nun ebenfalls im Verein ist. Adelinde Koetter, die Sprecherin von Lars Consult, unterstrich diese Ideen. Im Rahmen eines Leitbildes für die VCA überprüfte die Firma moderne Handlungskonzepte entlang der gesamten Straße. Das galt als Voraussetzung für die EU-Förderung. 'Kultur wird auch das Band der Zukunft für die VCA sein', lautet einer der Leitsätze. Denn die Straße mit gut 500 Kilometern Länge ist ein europäisches Kulturerbe. Schon vor 2000 Jahren hat sie Regionen mit unterschiedlichen kulturellen Eigenarten verbunden. Aus diesen Grundsätzen sind die Leitziele: Forschungen von Archäologen und Historikern sollen neue Erkenntnisse über dieses Kulturerbe erbringen; um diese Kulturlandschaften besser erfahren zu können, müssen die touristische Infrastruktur und die touristischen Dienstleistungen helfen; die Pflege des alten Brauchtums sowie darstellende und bildende Kunst von den Römern bis jetzt sind wichtig für alle Begegnungen mit der Kultur; die Kultur in Wert gesetzt wird mit Handwerk, Technik, Know-How und Markenprogrammen. Als Auszeichnung von Spitzenleistungen wird das europaweit patentierte VCA-Logo vergeben. Aus dem einstigen Kulturerbe wird damit wieder eine aktuelle Kultur-Achse, die Regionen in Europa verbindet. Damit ist das europäische VCA-Projekt wesentlich mehr als nur ein aktueller Tourismus-Renner. Der Tourismus gehört sicher als eine der vier Säulen dazu, doch darf er nicht die einzige Säule sein. Die vor einiger Zeit getroffene Kooperation mit dem reinen Tourismusprogramm 'Romantische Straße' könnte und sollte ab jetzt Früchte tragen.

Sechs Kultur-Pilotprojekte Auch die sechs ausgewählten Pilotprojekte für die EU-Förderung liegen im Bereich zwischen Kultur und Tourismus. Die Musikakademie Marktoberdorf reist mit ihren Konzerten 'Musica Sacra International' auf der VCA von Breitenwang/Tirol über Füssen, Schwangau, die Wieskirche und Altenstadt nach Landsberg. Die Musik aus fünf Weltreligionen und die Baukunst von Kirchen an der VCA wird den Besuchern von Pfingstsamstag bis Pfingstmontag nahe gebracht. Königsbrunn soll mit einem nachgebauten römischen Torbogen und einem Info-Zentrum den Verlauf der VCA am Ortsand deutlich machen. E Epfach, an der wichtigen Kreuzung zweier römischer Fernstraßen gelegen, beabsichtigt, auf seine Römerfunde und sein Römermuseum besser aufmerksam zu machen. Hinweise an der wenige Kilometer am Ort vorbeiführenden Bundesstraße wären dazu hilfreich. In Peiting werden junge Funde einer Villa Rustica überdacht. Roßhaupten will den vorhandenen 'Radweg Via Claudia Augusta in Bayern' in seinem Gemeindebereich attraktiver gestalten. Und Schwangau verschönert die dort vorhandene römische Therme mit den in ihr gefundenen Fresken.

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