Verhandlungen um die Burg kurz vor einem Abschluss

von ulrich weigel | Sonthofen 'Die Bundeswehr bleibt in Sonthofen. Die Generaloberst-Beck-Kaserne wird saniert und weiter militärisch genutzt.' Zwei klare Sätze zum Einstieg, und dem Allgäuer Bundestagsabgeordneten Dr. Gerd Müller war donnernder Applaus im Haus Oberallgäu sicher. Zwar hatte der CSU-Ortsverband zu der Info-Veranstaltung recht kurzfristig gerufen, doch die Zukunft der 'Burg' interessiert in Sonthofen so viele Menschen, dass der Saal dennoch voll war.

Einleitend erinnerte Müller, Staatssekretär im Bundeslandwirtschaftsministerium, an den Kampf um die GOB-Kaserne. Da der Abzug der Feldjäger- und Stabsdienst-Schule nach Hannover nicht zu verhindern sei, wolle man Grünten- und Jägerkaserne auf die Burg verlegen. Laut Müller haben beim Bund Verteidigungs- und Finanzministerium bereits eine Finanzvereinbarung. Letztes Fragezeichen sei Bayerns Beteiligung mit etwa fünf Millionen Euro. Da werde verhandelt und 'wir stehen kurz vor einem Abschluss'. Müller: 'Das Konzept ist rundweg rund.' Er wolle nicht, dass wegen Störmanövern in Berlin die Reißleine gezogen wird.

Sonthofen verliere zwar mit den Feldjägern ein Stück Bundeswehr, erhalte aber mit den zwei Kasernen in der Stadt 31 Hektar Entwicklungsgelände, so Müller. Die Bürger und der Stadtrat seien eingeladen, ein Konzept zu entwickeln. Der Verkaufserlös der Kasernen solle der Sanierung der Burg dienen.

Das zweigleisige Vorgehen der Stadt - also einen Investor nicht schon im Vorfeld abzulehnen - hat die Unterstützung von Landtagsabgeordnetem Josef Zengerle. Und er stimmte auch für die Ägypten-Fahrt. Als 'scheinheilig und hinterfotzig' wertete er jedoch, dass ein paar Ägypten-Reisende hinterher politisch tätig geworden seien. Weiter unterstrich Zengerle, dass ein Hotel- und Freizeitkomplex in der diskutierten Größenordnung fatale Auswirkungen hätte.

Dagegen appellierte Abgeordneter Alfons Zeller, für Entwicklungen offen zu sein. Es gehe darum, jetzt nicht eine Tür zuzuschlagen und eine mögliche Chance für Sonthofen und das Allgäu nicht frühzeitig zu vertun. Gebe es von Eigentümer-Seite kein Einverständnis, komme das Projekt eh nicht. Weiter machte Zeller deutlich, dass es schwierig genug sein werde, die Kasernen in der Stadt zu vermarkten und erinnerte an Ergee. 'Was auf dem Gelände bisher zustande gebracht wurde, ist nicht das Gelbe vom Ei; nun kommen riesige Flächen dazu.'

Abgeordneter Kollege Eberhard Rotter wiederum erklärte, er unterstütze die Lösung, die Sonthofen und die Region wollten. Hätten Bürgermeister und Stadtrat nicht mit dem Investor gesprochen, wäre das grob fahrlässig gewesen.

Bürgermeister Hubert Buhl betonte nochmals, das es nur darum ging, Alternativen zu prüfen. 'Die Stadt bevorzugt die Bundeswehr-Verlagerung auf die Burg.' Alois Ried als Vize-CSU-Kreisvorsitzender verwies auf baurechtliche Probleme, die ein Hotelprojekt auf und um die Burg herum bringen werde.

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