Kaufbeuren
Verborgenes wird sichtbar

Es gibt wohl so manchen versierten Kaufbeurer Lokalpatrioten, der Stein und Bein schwören mag: «Ich kenne alle Ecken meiner Stadt.» Mit dem in dieser Woche erschienenen Bildband «Kaufbeuren - Alte Stadt in neuem Licht» kann nun ein ambitionierter Heimatfreund gern seine diesbezüglichen Kompetenzen bestens abgleichen - und wird wohl schnell an seine Grenzen kommen. Nichts weniger als Einblicke in das «geheimnisvolle Innenleben» der über 1000 Jahre alten Stadt verspricht Herausgeber Jürgen Kraus in seinem Vorwort. Und er hält, was er verspricht.

Bei der Vorstellung des Bildbandes im Kaufbeurer Rathaus kann und will Kraus, Autor zahlreicher Schriftstücke zum Thema Wertachstadt und überdies auch einer ihrer Kulturpreisträger, seine Begeisterung über den Entstehungsprozess nicht verbergen. «Wir sind förmlich hineingekrochen in die Stadt», betont der Historiker mit Blick auf den Fotografen Mathias Wild (er ist auch Bildredakteur unserer Kaufbeurer Lokalredaktion), dessen Arbeiten letztlich natürlich das Gerüst des Bildbandes bilden, in das sich die gefälligen Beiträge kundiger heimischer Autoren (siehe Infokasten) einschmiegen.

Kraus blickt zurück auf mühsames Improvisieren im Bauche des Afrabergs, wo es kein ausreichendes Licht für einen Fotografen gibt und «die nächste Steckdose über 100 Meter weit entfernt ist». Die Lösung: Taschenlampen und Langzeitbelichtung. Kraus verwies auch auf Ortstermine «auf dem heißen Wellblechdach des Bezirkskrankenhauses, wo ich mir die Hose zerriss», voll des Lobes für den Fotografen, die Autoren und die harmonische gemeinsame Arbeit. Der Band - ein würdiger Abschluss: Kraus betont vor den zahlreichen Gästen, dass er zum siebten Mal im Rathaus ein Buch vorstellt und es werde das letzte sein. Wichtig ist ihm, ein Versprechen eingelöst zu haben. Denn die Idee für den neuen Band kamen ihm, Kraus, und dem unvergessenen Egon Guggemos. «An seinem Sarg habe ich versprochen: Egon, das Buch erscheint.»

Verleger Josef Bauer sprach bei dem Bildband von einer Quadratur des Kreises: «Was Ordentliches, was wenig kostet.» Das sei letztlich gelungen - ohne öffentlichen Zuschuss übrigens. Die erste Auflage besteht aus 3000 Exemplaren, aus der Verlustzone kommt der Verlag erst ab 1800 verkauften Büchern. Und das, obwohl keiner der Autoren Honorar bekommt und der Fotograf «lediglich ein Taschengeld» für seine vielen Bilder.

Ausgesprochen gelungen fand auch Oberbürgermeister Stefan Bosse den Bildband über seine Stadt: «Ich bin absolut begeistert.» Sprachs - und bestellte gleich die ersten hundert Exemplare.

Das könnte Sie auch interessieren

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen
Powered by Gogol Publishing 2002-2018