Marktoberdorf
Verblasstes Ortsschild, unleserliche Pläne

Kommt ein Tourist nach Marktoberdorf, fällt sein Blick zuallererst - aufs Ortsschild. Und so mancher Gast nutzt, auch in Zeiten moderner Navigationsgeräte, die Möglichkeit, sich kurz hinter dem Ortseingang mithilfe der in großen Schaukästen ausgehängten Stadtpläne zu orientieren. Diese beiden Anlaufstellen werden so zum Aushängeschild einer Stadt - oder aber werfen ein wenig schmeichelhaftes Bild auf sie.

Letzteres ist laut AZ-Leser Franz Wiesner aber in Marktoberdorf der Fall. Seine Bedenken gelten den großen Schaukästen im Stadtgebiet, in denen jeweils ein Stadtplan hängt. «Kurz hinter jedem Ortseingang findet man einen solchen Kasten. Eigentlich sollen sie jedem Fremden zur Orientierung dienen, doch so, wie sie im Moment ausschauen, sind sie eigentlich zwecklos», betont Wiesner. Schuld daran ist die Witterung. «Viele Pläne sind von der Sonne ausgebleicht, in andere Schaukästen ist Wasser eingedrungen. Auf jeden Fall kann man die meisten Stadtpläne kaum noch lesen», betont der Marktoberdorfer.

Und auch so manches Ortsschild hat seine Sonnenstunden hinter sich. So lässt sich etwa an der Zufahrt nach Thalhofen, Einmündung Hattenhofener Straße, gerade noch die Aufschrift «Marktoberdorf» entziffern, während der Name des Stadtteils kaum noch zu erkennen ist.

Stadtbaumeister Peter Münsch weiß vom ausgebleichten Ortsschild und gibt zu, dass dies nur eins von mehreren ist: «Dieses Schild tauschen wir in den kommenden Monaten aus. Dabei beginnen wir beim Notwendigsten und arbeiten uns, im Rahmen unserer Finanzmittel, Schritt für Schritt vor. Innerhalb von zwei Jahren aber wollen wir das gesamte Beschilderungssystem im Stadtgebiet auf Vordermann bringen.»

Keiner fühlt sich verantwortlich

Doch während die Zuständigkeit bei Schildern klar geregelt ist, herrscht bezüglich der ausgebleichten Stadtpläne Verwirrung: Vor Jahren aufgestellt, liege die Verantwortung für die dauerhafte Pflege - so Franz-Josef Fendt - bei der Firma Arthouse von Wolfgang Hannig. Dieser jedoch verweist darauf, dass er lediglich für die Instandhaltung der ebenfalls dort angebrachten Reklametafeln, nicht aber für die Karten, verantwortlich sei. «Eigentlich ist die Stadt für die Pläne zuständig. Wir selbst haben diese in den vergangenen Jahren zwar zweimal ausgetauscht, aber eigentlich ist es städtische Aufgabe, die Infotafeln zu bestücken», so Hannig. Richtig verantwortlich für die Instandhaltung der Pläne fühlt sich demnach also niemand.

«Weil wir aber selbst sehen, dass die Pläne völlig ausgebleicht sind, müssen wir uns eine dauerhafte Lösung überlegen. Wir haben bereits mit dem Bauamt gesprochen. Optimal wäre, die Stadtpläne zukünftig nicht länger in Papierform, sondern als Digitaldruck auszuhängen. Damit wären sie viel weniger empfindlich», so Hannig.

Ob Papier oder digital: Die Frage nach der Zuständigkeit für die Stadtpläne in Marktoberdorf ist damit nicht geklärt.

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