Halblech
Verbissschäden gehen ins Geld

In manchen Bereichen des Gemeindewaldes ist der Verbissdruck noch zu hoch. «Wenn man die entstandenen Verbissschäden hochrechnet, kommt man auf einen Nutzholz-Schaden von rund 840000 Euro», sagte Forstsachverständiger Ferdinand Knittel im Gemeinderat Halblech. Dies sei nicht mehr hinzunehmen. Die Jäger müssten mehr tun, um den Wald - vor allem den Schutzwald - zu schützen.

Über den Forstwirtschaftsplan des Gemeindewaldes referierten Forstsachverständiger Knittel und Forstdirektor Gerhard Limmer vom Amt für Landwirtschaft und Forsten Kaufbeuren. Laut Limmer müssen Gemeindewälder alle 20 Jahre nach dem Inventurverfahren erfasst werden. Heuer wurde nach zehn Jahren eine Zwischenrevision von Ferdinand Knittel erstellt.

Anhand von Karten zeigte er die verschiedenen Veränderungen der Waldflächen und Baumbestockungen. Er stellte die Nutzungsarten im 469 Hektar großen Gemeindewald dar. Auch die Bodenbeschaffenheit wie die labilen Flyschvorberge im Trauchberg mit den dazwischen liegenden Jungmoränenflächen sind aufgeführt. Knittel betonte, dass in Schutzwäldern nach dem Schutzwaldsanierungsgesetz kein Kahlhieb mehr durchgeführt werden darf.

Er ging auf den Gesundheitszustand und auf die jagdlichen Verhältnisse in den verschiedenen Revieren ein. Auch im Gemeindewald überwiegt die Fichte mit rund 88 Prozent deutlich. Geringe Bestände gibt es an Ahorn, etwas Esche und ganz gering mit 0,6 Prozent die Weißtanne. Da es immer wieder große Belastungen durch Sturm- und Käferschäden wie auch Schnee- und Schälschäden gebe, benötige man einen artenreichen und damit stabilen Wald. Durch den «Schälfaktor» sind rund 22 Prozent der Fichten zwischen 21 und 40 Jahren an Rotfäule erkrankt.

An manchen Stellen ist der Verbissdruck noch zu hoch, besonders bei den Waldverjüngungen. Dies sei nicht mehr hinzunehmen. Hier müssten die Jäger mehr tun, um den Wald zu schützen. Denn wenn die Jagd nicht mitziehe, habe der Wald keine Chance. Aber dies geht nur im Miteinander, war die einhellige Meinung auch der Gemeinderäte.

Der Vorrat an Holz beträgt 145000 Festmeter. Die Gemeinde kann in den Nutzholz-Altbeständen rund 2,2 Hektar pro Jahr als nachwachsender Rohstoff nutzen. Bürgermeister Bernd Singer dankte den beiden Referenten für die Ausführungen, die auch aussagten, «dass sich unser Gemeindewald in einem guten Zustand sich befindet».

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