Marktoberdorf
Urne immer mehr im Trend

Es gab Zeiten, da wurde derjenige, der sich nach seinem Tod verbrennen lassen wollte, schon zu Lebzeiten schief angeschaut. Das hat sich längst gewandelt. Setzt sich der Trend fort, haben die Urnenbestattungen auf dem Friedhof in Marktoberdorf den Beisetzungen im Sarg bald den Rang abgelaufen. Keine Wunder also, dass die Urnenwand am Fuß von St. Martin bald an ihre Kapazitätsgrenze stößt. Die Stadt braucht für Feuerbestattungen mehr Platz.

Damals, Mitte der 1990er Jahre, hielten sich die Marktoberdorfer Stadträte mit ihrer neuen Urnenwand für fast Bestattungsgeschichte schreibend, sodass sie ihre Namen auf einer Tafel festhalten ließen. 272 Nischen waren ursprünglich frei, die erste wurde im November 1996 belegt. Inzwischen werden 227 Nischen für die Verstorbenen genutzt. In spätestens eineinhalb Jahren, so rechnete es Andreas Linder vom städtischen Bauamt dem Bauausschuss vor, werden die letzten Plätze vergeben sein.

Zwei Standorte zur Auswahl

Er unterbreitete dem Gremium gleich zwei Vorschläge für mögliche Standorte einer neuen Urnenwand. Der eine befindet sich im Nordwesten der Leichenhalle, der andere östlich des alten Friedhofs. Während bei der Leichenhalle das Areal für 320 Nischen und einen Platz zum Verweilen der Hinterbliebenen reiche, seien es beim alten Friedhof nur 192 Kammern.

Ein Trend, wo künftig die Urnen beigesetzt werden sollen, zeichnete sich nicht ab.

Dies galt ebenso für die Bauweise der neuen Urnenwand. Es gebe die Möglichkeit Marke Eigenbau, aus der auch die bestehende Wand gefertigt wurde, oder den Systembau. Letzterer könne bei Bedarf erweitert werden und lasse sowohl Einzel- als auch Familiengräber zu. Als den entscheidenden Vorteil des Systembaus stellte Linder die mit 20 Jahren deutlich längere Gewährleistung heraus. Beim Eigenbau betrage sie nur fünf Jahre.

Der Blick auf die Zahlen der Marktoberdorfer Friedhofsverwaltung verdeutlicht, dass die Urnenbeisetzungen enorm gestiegen sind. Linder meint auch zu wissen, warum: «Für die Angehörigen bleiben viel geringere Folgekosten.

» Aber die Stadt profitiere ebenfalls von Bestattungen in Urnenwänden: «Wir haben dadurch weniger ungepflegte Gräber.»

Bürgermeister Werner Himmer schlug dem Ausschuss vor, zunächst einmal die Kosten für die Anlagen zu ermitteln. Im nächsten Jahr soll sich der Bauausschuss dann noch einmal intensiver mit dem Thema beschäftigen. Denn viel Zeit bleibt nicht mehr, hält der Trend an.

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