UnverzichtbarerTeil im Leben der Stadt

Marktoberdorf (rel). - Er war Auftakt und Jubiläumsveranstaltung zugleich: Der Neujahrsempfang des Informationskreises der Wirtschaft in Marktoberdorf am Freitagabend in der Musikakademie war zum einen eine Premiere, zum andern gewissermaßen die Festveranstaltung der Wirtschaftsvereinigung zu ihrem 25-jährigen Bestehen. Nahezu 150 Vertreterinnen und Vertreter von Wirtschaft, Politik, Verwaltung und Schulen folgten der Einladung von Infokreis-Sprecher Peter J. Paffen und belegten damit, was Bürgermeister Werner Himmer in seinem Grußwort sagte: Der Infokreis sei zu einem 'unverzichtbaren Bestandteil unserer Stadt' geworden. Hauptredner war der Bürgermeister von Baesweiler (Nordrhein-Westfalen), Professor Dr. Willi Linkens. Das Bläserensemble Marktoberdorf unter Leitung von Musikakademie-Direktor Dolf Rabus begleitete den Empfang mit festlichen Klängen. Informationskreis-Sprecher Peter J. Paffen sprach in seiner Begrüßung von einer 'Auftaktveranstaltung'. Er appellierte an die Wirtschaftsvertreter, sich der gemeinsamen Verantwortung für die Region bewusst zu sein. Der Infokreis sehe es als seine Aufgabe, wichtige Themen aufzugreifen und Impulse zu geben. In einem Rückblick erinnerte Paffen an die verschiedenen Sprecher des Infokreises, der vor 25 Jahren von Dr. Hermann Fendt gegründet wurde. Sein besonderer Dank galt dabei seinem Vorgänger Günther Kaltenegger. Paffen ging auch auf das Stadtjubiläum 2003 ein, das viele gute Stunden beschert habe. Diesen Elan wünschte er sich auch für 2004, damit auch dieses Jahr erfolgreich werde. Landrat Johann Fleschhut sagte an die Mitglieder des Infokreises gerichtet, 'Sie waren und sind ein belebendes Element in Marktoberdorf und in der Region'. In seinem Grußwort stellte er auch die Bedeutung der Wirtschaft für die Kommunalpolitik heraus: Sie spiele die 'entscheidende Rolle, wann wir wieder auf die Beine kommen'. Nur mit den Steuern, 'die Sie und Ihre Mitarbeiter erwirtschaften' könne die Kommunalpolitik Wünsche erfüllen und investieren. Derzeit stimme dieser Kreislauf aber nicht, kritisierte Fleschhut die Steuerpolitik. Er bat die Firmenvertreter, die Kontakte zur Kommunalpolitik vor allem mit Blick auf Arbeitsplätze und Lehrstellen zu intensivieren. Bürgermeister Himmer lobte das Engagement, mit dem sich die Wirtschaft am Stadtjubiläum beteiligt habe. Auf der anderen Seite hätten Stadtrat und Verwaltung trotz knapper Finanzen mit Bauprojekten dazu beigetragen, dass insbesondere die Baubranche, 'sich sozusagen über Wasser halten konnte'. Auch er kritisierte die Politik, die immer mehr Belastungen aufbürde.

120 neue Firmen in 15 Jahren Festredner Professor Linkens referierte über den Strukturwandel in der Region Aachen, speziell von Baesweiler. Er erinnerte an die Siebzigerjahre, als Zechen schlossen und Tausende ihren Job verloren. Heute hat die Stadt wieder Zukunft, die Bevölkerung (27000) nimmt weiter zu. In den letzten 15 Jahren siedelten sich 120 Unternehmen an, 2500 Arbeitsplätze kamen hinzu. Die Pro-Kopf-Verschuldung liegt bei nur 150 Euro. Der Jurist gab einen Überblick der Aktivitäten, die zu diesem Wiederaufschwung führten. So wurden großzügig günstige Wohn- und Gewerbeflächen ausgewiesen und hohe Fördermittel von EU und Staat beschafft. Linkens warb intensiv um Firmenansiedlungen unter anderem mit Hinweisen auf die zentrale Lage in Europa, guten Verkehrsanbindungen und die Hochschulen in der Region. Er baute bürokratische Hürden ab, konnten zum Beispiel allein über Gewerbegrundverkauf entscheiden. Dazu kam ein Stadtmarketing in enger Zusammenarbeit mit dem Handel. Einen wichtigen Schritt nach vorne tat Baesweiler 1989 mit der Eröffnung eines großen Technologiezentrums. Es wird betrieben von einer Gesellschaft, an der die Stadt mit 62 Prozent beteiligt und deren Geschäftsführer Linkens ist. Dank eines breiten Serviceangebotes lassen sich viele ausländische Firmen nieder. Laut Linkens zog das Zentrum bisher insgesamt 1500 neue Arbeitsplätze nach sich. Dem offiziellen Teil des ersten Marktoberdorfer Neujahrsempfangs schlossen sich persönliche Gespräche bei kleinen Happen und Getränken an.

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