Westallgäu
«Unsere Wurzeln näherbringen»

Lindenberg feierte im September ein Jubiläum. Vor 225 Jahren wurde dem Dorf das Recht verliehen, drei Märkte im Jahr abzuhalten. Der Aufstieg zur Stadt begann. Stadtarchivar Günter Fichter hat das Geschehen, anschaulich illustriert, beschrieben. Sein Aufsatz im soeben erschienenen Jahrbuch 2009 gehört zu den herausragenden Beiträgen des 24. Jahrgangs. Unter der Federführung des Historikers Andreas Kurz, Leiter des Kreis-Dokuzentrums, wird, wie gewohnt, viel Lesestoff aus der Geschichte unserer Heimat geboten, wobei dieses Mal der Schwerpunkt auf dem Bodenseeraum und seinen Jubiläen (1225 Jahre Wasserburg und 150 Jahre Valentin-Heider-Gymnasium) liegt.

Über den «Vater der Armen» und «Feuerkopf», den päpstlichen Geheimkämmerer Monsignore Georg Papst, forschte die Heimenkircher Ortsheimatpflegerin Angela Feßler. Sie kam zu dem Ergebnis, der 1933 in Heimenkirch verstorbene Allgäuer, Gründer des Herz-Jesu-Heims, «war eher ein Don Camillo denn ein obrigkeitsgehorsamer Gottesdiener.»

Der Lindenberger Heimatforscher Hermann Stoller hat wenige Wochen vor seinem Tod noch seinen Beitrag über die Ellgasser Mühle in Lindenberg abgegeben. Und nicht nur das: Andreas Kurz kann auch im nächsten Jahr einen weiteren Text Stollers veröffentlichen, weil er ihm noch ein Manuskript über Lindenberger Pfarrer hinterlassen hat.

Stollers Vermächtnis

In gewohnter Akribie und Ausführlichkeit breitet Stoller die Lebensläufe der Müller von Ellgassen aus. Eine Art Vermächtnis für alle, die sich gerne mit Heimatgeschichte beschäftigen.

Karl Heinz Burmeister schildert die Familiengeschichte der früheren Scharfrichter Burckhardt aus Hergensweiler. Der ehemalige Direktor des Vorarlberger Landesarchivs, beleuchtet zudem Bodolz als Heimat berühmter Gelehrter. Der Historiker zeigt auf, dass mit der Familie Euler berühmte Naturwissenschaftler und sogar Nobelpreisträger ihre Wurzeln, sprich Vorfahren in Bodolz haben.

Der frühere Kreisheimatpfleger Werner Dobras hat einem «Stück Wittelsbach in Lindau» nachgespürt, nämlich der alten Villa Amsee und ihrer Bewohnerin Prinzessin Therese von Bayern. Zwei Nachrufe vom Kreisheimattagsvorsitzenden Fridolin Altweck stellen die große Bedeutung von Ludwig Knaus (Sigmarszell) und Georg Fischer (Maierhöfen) für die Heimatkunde ins rechte Licht.

Die Jahreschroniken der 19 Städte und Gemeinden im Kreis gehen leider immer noch auf die Ereignisse des Vorjahres ein.

Beim Schmökern gewinnt man den Eindruck, dass die Sorgfalt zugunsten anderer Werte zurückstehen musste: Falsch gesetzte Namen, Orte oder Jahreszahlen stören das in wunderbar lesbarer Großschrift gedruckte Werk, das nicht in den Regalen von Sammlern verschwinden, sondern aufmerksam studiert werden sollte.

Denn «das Jahrbuch leistet seinen Beitrag, um den Menschen in unserer Region ihre Wurzeln näher zu bringen», schreibt Landrat Elmar Stegmann im klugen Vorwort.

Das «Jahrbuch des Landkreises Lindau 2009» ist in einer Auflage von 1000 Stück im Verlag Eppe erschienen. Es kostet 14,90 Euro und ist in allen Buchhandlungen des Landkreises zu haben.

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