Unrat bringt brütenden Schwan in die Tierklinik

Marktoberdorf (vit). - Eine gemeinsame Aktion von Wasserwacht, Feuerwehr und Tierschutzverein rettete einer Schwänin und möglicherweise auch deren Nachwuchs am Ettwieser Weiher das Leben. Vermutlich an Unrat hatte sich der Vogel verletzt und wäre nach Ansicht von Amts-Veterinär Dr. Thomas Brunner gestorben, wenn er nicht in einer Lindauer Klinik behandelt worden wäre. Ein Schwanenpaar brütet derzeit im Schilf des Ettwieser Weihers. Spaziergänger bemerkten nun vor kurzem, dass die Schwänin am Unterschnabel verletzt war und die Zuge aus der Wunde hing. Dieser Eindruck bestätigte sich auch für Tierarzt Brunner, der als Vertreter des Landratsamtes die Rettungs-Aktivitäten fachlich begleitete. Das Tier, so Brunner, war zwar geschwächt, aber immer noch stark vom Fluchtinstinkt getrieben. Daher rückte zum Einfangen nicht nur die Wasserwacht mit ihrem schnellen Motorboot an, sondern zur Verstärkung kamen - bewehrt mit Netzen - auch noch mehrere Feuerwehrmänner und der Tierschutzverein zum Einsatz. Mit dem Boot versuchten sie sich dem Tier zu nähern, das bereits zu schwach war, um richtig zu fliegen. Doch während der Schwanenmann das Nest bewachte und die vermeintlichen Angreifer kritisch beäugte, sammelte die Schwanendame nochmals all ihre Kräfte, um vor dem Wasserwachtboot über den See zu fliehen. Schon bald aber war der Vogel derart geschwächt, dass er gefangen werden konnte. Dies rettete dem Schwänin letztlich das Leben. Denn nun zeigte sich, dass die Zunge so stark geschwollen in der Wunde am Unterschnabel verklemmt war, dass der Vogel weder fressen noch trinken konnte. So hätte das Tier 'keine Überlebens-Chance gehabt', ist sich Brunner sicher.

Runden mit dem Schwanenmann Die Verletzungen, die sich das Tier vermutlich bei der Nahrungssuche durch einen scharfen Gegenstand zugefügt hat, war derart gravierend, dass eine Vogelstation in Memmingen die Aufnahme ablehnte und an eine Praxis in Lindau verwies. Die dortige Tierklinik am Bodensee habe mehr Erfahrung mit Wasservögeln, hieß es. Dorthin fuhr also Heinz Krämer vom Tierschutzverein Marktoberdorf mit der Schwänin und schon einen Tag später - die Wunde war versorgt - konnte der Vogel wieder zum Marktoberdorfer Badesee zurückkehren. Dort, so heißt es in einer Mitteilung des Landratsamtes, wurde er 'von dem zurückgebliebenen Schwan mit einigen gemeinsamen Runden' auf dem Ettwieser Weiher begrüßt. Zumindest der Ehefrieden bei Herrn und Frau Schwan war somit wieder hergestellt. Die Tierschützer hoffen nun, dass durch den unfreiwilligen Klinikaufenthalt der Schwanendame das Gelege mit normalerweise vier bis sechs Eiern keinen Schaden genommen hat.

Müll entsorgen Tierschutzverein Marktoberdorf und Landratsamt bitten in diesem Zusammenhang aber die Bevölkerung eindringlich, den Weiher und seine Umgebung von Unrat frei zu halten. und auf eine zusätzliche Fütterung der Wasservögel zu verzichten.

Angebot reicht aus Das Nahrungsangebot an dem Badeweiher ist auch nach Ansicht des Veterinärs in jedem Fall ausreichend.

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