Kaufbeuren
Ungebetene Gäste

Der Hund ist angeblich des Deutschen liebstes Haustier. Doch was, wenn sich in einer Wohnung Schlangen, Spinnen, Motten oder Silberfische tummeln? Muss solches Kleingetier hingenommen werden oder hat der Vermieter dafür zu sorgen, dass diese ungebetenen Mitbewohner gleichsam entsorgt werden, fragt eine AZ-Leserin.

Das Thema Tierhaltung in Wohnungen ist ein weites Feld: Hunde oder Katzen dürfen vom Vermieter ausdrücklich verboten werden, sind ansonsten aber erlaubt. Eine generelle Klausel, die alle Tiere verbietet, gibt es aber nicht, denn Kleintiere wie Hamster oder Hasen sind in Käfigen erlaubt, erklärt Ottmar Huffschmid, Vorsitzender des Haus- und Grundbesitzervereins. Das kann auch für exotische Spinnen oder Schlangen gelten, wenn diese gut verwahrt werden, keine Gefahr von ihnen ausgeht und sie keinen Schaden anrichten können - wie etwa über den Balkon die Nachbarn besuchen, erläutert Huffschmid. Je kleiner die Lebewesen aber sind, desto schwieriger ist die Antwort, wer dafür verantwortlich ist. Fliegen, Schnaken oder Weberknechte, die am Stadtrand, an Grünanlagen oder auf dem Land in Massen auftreten können, seien ein Problem des Mieters.

«Denn das kann vom Vermieter nicht gesteuert werden», so Huffschmid. Anders liegt der Fall, wenn sich die Ursache lokalisieren lässt, wie etwa bei einem Wespennest unter dem Dach - dann kann der Mieter dessen Entfernung veranlassen und dem Vermieter die Kosten in Rechnung stellen. Wenn Ratten als Besucher von Wohnungen auftreten, muss der Vermieter für Abhilfe sorgen, es sei denn, der Mieter «lädt» die Nager mit verstreuten Essensresten und offenen Türen oder Fenstern ein. Bei sogenanntem Ungeziefer wie Kakerlaken oder Silberfischen müssen sich die Parteien einigen oder deren Herkunft muss von einem Sachverständigen geklärt werden. Liege ein baulicher Schaden vor, müsse der Vermieter haften, da das ein «Mietmangel» sei, so Huffschmid.

Liege die Ursache für Kakerlaken oder Silberfische aber in mangelnder Hygiene oder zu großer Feuchtigkeit in der Wohnung, so trage der Mieter dafür die Verantwortung. Ähnliches gelte für Motten, die oftmals über Kleidung oder Vorräte des Mieters in die Wohnung geholt werden.

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