Bidingen
Und wieder scheppert es im Gemeinderat in Bidingen

Erneuter Eklat im Gemeinderat: In der Sitzung am Mittwoch hat Ratsmitglied Philip Mc Callion dem Bidinger Bürgermeister Franz Martin und seinem Stellvertreter Martin Epp «rechtliche Schritte» angedroht und angekündigt, «vorerst» sämtliche Ämter niederzulegen. Anschließend stürmte Mc Callion mit seinen Kollegen Georg Welz und Tobias Schumacher aus dem Sitzungssaal, während mehrere Räte freudig auf den Tisch klopften: Sie begrüßten den Abgang der drei Opponenten.

Der Hintergrund: Die Ratsmehrheit weigerte sich, auf den Antrag, Georg Welz als Verwaltungsratsvorsitzenden des Kommunalunternehmens Bidingen (KUB) abzusetzen, öffentlich einzugehen. Eben das hatten Mc Callion, Welz und Schumacher zuvor gefordert. «Herr Welz soll nur abgewählt werden, weil er seine Kontrollaufgaben pflichtbewusst wahrgenommen hat», kritisierte Schumacher.

Zudem hatten Schumacher, Mc Callion und Welz in einem Antrag gefordert, weitere Punkte, die für den nicht-öffentlichen Sitzungsteil vorgesehen waren, öffentlich zu behandeln. Dabei ging es unter anderem um die «Streichung» des sogenannten Vierten Bürgermeisters aus der Geschäftsordnung (auch dieses Amt hatte Welz inne) sowie die «Vorstellung der Erweiterung des Bebauungsplans Bernbach Süd».

Nachdem Bürgermeister Franz Martin kurz auf die Anträge eingegangen war, stellte er sie zur Abstimmung: Außer den Antragstellern stimmten alle Räte gegen eine öffentliche Behandlung der betreffenden Punkte. Damit gab sich Mc Callion nicht zufrieden. Als ihm der Bürgermeister mit Verweis auf die Geschäftsordnung das Rederecht verweigerte, kam es zu dem geschilderten spektakulären Abgang.

Wie Bürgermeister Martin gestern berichtete, haben die Räte in der nicht-öffentlichen Sitzung Georg Welz tatsächlich aus dem KUB-Verwaltungsrat abberufen. Sein Nachfolger ist Franz Martin selbst, Vierter Bürgermeister künftig Gerhard Mariner. Martin ist sich keiner Schuld bewusst. «Ich habe bei der Kommunalaufsicht abklären lassen, dass diese Personalangelegenheiten nicht öffentlich zu behandeln sind».

Dementsprechend gelassen und ohne Angst sehe er den von Mc Callion angekündigten rechtlichen Schritten entgegen. Zumal er schon zweimal eine Dienstaufsichtsbeschwerde überstanden habe.

Dem Zweiten Bürgermeister Martin Epp ist es ein «Rätsel», wieso Mc Callion gegen ihn vorgehen will. «Als Vorstand des Kommunalunternehmens kann er mich jederzeit abwählen, wenn er nicht zufrieden mit mir ist», so Epp. Er nehme Mc Callion die Sache nicht übel, obschon unter seiner Führung im KUB «alles absolut korrekt» verlaufen sei: «Ich habe absolut keinen Grund, irgendwas zu befürchten.» Das sieht Mc Callion, der dem KUB-Verwaltungsrat angehört, anders: Ihm zufolge habe Vorstand Epp einen Mehrheitsbeschluss des Verwaltungsrats absichtlich nicht umgesetzt.

Dabei ging es um die Bestellung eines Wirtschaftsprüfers für eine «seit 2004 überfällige» und unabhängige Bilanzprüfung. Laut Mc Callion ein «unmoralischer Schachzug», um eine ordnungsgemäße Prüfung zu verhindern. Dazu Epp: «Schon berufsbedingt denke ich betriebswirtschaftlich. Ich konnte der Bestellung des Wirtschaftsprüfers nicht zustimmen, ohne zumindest ein zweites Angebot zu prüfen.» Kontrahent Mc Callion spricht hingegen von Rechtsbruch.

Tobias Schumacher wollte die Vorgänge im Gemeinderat Bidingen gegenüber der AZ nicht kommentieren. Georg Welz war telefonisch nicht zu erreichen.

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