Und wieder geschah es im verflixten Mitteldrittel

Von Christopher Hecker, Kaufbeuren - 'In manchen Spielen sollte man das Mitteldrittel abschaffen', analysierte ESVK-Präsident Bernhard Pohl nach der 5:8-Heimniederlage gegen den EHC Straubing. Nicht nur Pohl musste sich in der Partie gegen die Niederbayern im zweiten Spielabschnitt schmerzlich an das Debakel gegen den EV Weiden erinnern. Aus einem 1:2-Rückstand machten die Tigers binnen weniger Minuten eine uneinholbare 7:3-Führung. Trotz dieser neuerlichen Pleite bekamen die Kaufbeurer Kufencracks von ihren Fans viel Applaus nach der Schlusssirene. Der Grund hierfür waren ein ganz starkes erstes Drittel und ein guter Schlussabschnitt. Die erste Episode dieser Begegnung schrieb Verteidiger Dominic Auger, der mit zwei frühen Treffer innerhalb von nur drei Minuten seine Serie auf fünf Tore in Folge ausbauen konnte - eine beeindruckende Bilanz. Fast schon tragisch hingegen, was Martin Cinibulk an diesem Abend erleben musste. Bis zum ersten Gegentreffer kurz vor der ersten Pause hielt der Tscheche überragend. Mit sensationellen Paraden schien er auf dem besten Wege, die Gästestürmer zu entnerven. Und doch war es Cinibulk, der nach 27 Minuten - mittlerweile hatte er schon fünf Mal hinter sich greifen müssen - vollkommen entnervt seinen Platz für Alexander Lerchner räumte. Bei den Niederbayern klappte in dieser Phase alles und zudem ließ die ESVK-Hintermannschaft ihren bemitleidenswerten Torhüter ein ums andere Male im Stich.

'Viel Kraft gelassen' Sergej Svetlov erklärte den Einbruch seines Teams so: 'In unserem starken Startdrittel haben wir viel Kraft gelassen.' Nach der zweiwöchigen Pause verwundert diese Begründung jedoch etwas. Eher war den Hausherren anzumerken, wie schon so oft in dieser Saison, dass ihnen offensichtlich die Erfahrung und die taktische Abgeklärtheit fehlt, auf Gegentreffer zu reagieren. Als die Straubinger ihr Oberwasser bekamen, war keinerlei System zu erkennen, um diese Phase zumindest einigermaßen unbeschadet zu überstehen. Ein gefundenes Fressen vor allem für die Gäste-Angreifer Jonathan Roy, Norman Batherson und Greg Bullock, die das Spiel für ihre Mannschaft entschieden.

Schiedsrichter in der Kritik Seine eigene Geschichte schrieb in dieser Partie auch Schiedsrichter Breiter. Während der Unparteiische im ersten Drittel die teilweise überharte Spielweise der Gäste noch konsequent mit Strafzeiten quittierte und einen souveränen Eindruck hinterließ, verlor Breiter im zweiten Drittel einige Male den Überblick. 'Die Fehlentscheidungen des Schiedsrichters waren der Knackpunkt', ärgerte sich Svetlov über den Mann mit der Pfeife. Dem zweiten und dritten Treffer der Straubinger gingen klare, nicht geahndete Regelverstöße voraus. Trotz der sechs Gegentore werden sich die meisten ESVK-Fans unter den gut 1500 Zuschauern gerne an den Mittelabschnitt zurückerinnern. Für einen üblen Stockcheck von Andreas Lupzig revanchierte sich Kimmo Vähä-Ruohola bei dem Tigers-Kapitän in bester Boxmanier mit zwei harten Geraden. Damit schlug der finnische Neuzugang vielen Kaufbeurern aus der Seele. Lupzig, der im Hinspiel schon Sebastian Schlegel die Rippen gebrochen hatte, fiel erneut durch seine rüde Spielweise und unzähligen Stockfouls unangenehm auf. Im letzten Drittel konnte dann noch Patrick Reimer, nach tollem Pass von Ervin Masek, seine Torflaute der letzten Spiele beenden. Der Schlusspunkt war Michael Waginger vorbehalten. Der Angreifer hinterließ bei seinem Comeback schon einen sehr guten Eindruck und unterstrich seine Bedeutung für den ESVK. 'Wir haben mit 13 Spielern gekämpft und noch das Beste aus der Situation gemacht', fand Svetlov schließlich versöhnliche Worte für sein Rumpfteam. Kurzfristig waren vor der Partie noch Frank Appel und Manuel Wintergerst krankheitsbedingt ausgefallen. Hinzu kam, dass während der Begegnung Patrick Yetman, Vähä-Ruohola und Florian Horvath mit Verletzungen in die Kabine mussten.

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