Marktoberdorf
Umfeld für Ostallgäus Jugend über Durchschnitt gut

Wie funktioniert die Gemeinschaft in unserem Landkreis? Wo sind soziale Brennpunkte zu erwarten und mit welchen Mitteln kann und muss die Politik insbesondere bei der Jugendhilfe lenkend eingreifen? Grundlage für Antworten auf diese Fragen liefert die sogenannte Sozialraumanalyse. Sie wird unter anderem auch Thema bei der Besprechung der Ostallgäuer Bürgermeister am Montag, 11. Januar, in Leuterschach sein.

Die Fortschreibung dieser Analyse, die erstmals für 2001 bis 2003 erstellt worden war und nun mit aktuellen Daten weitergeführt wurde, gibt wichtige Hinweise auf möglichen Handlungsbedarf. Nur in einem Miteinander von Gemeinden, Freien Trägern und dem Landkreis kann dies erfolgreich geschehen. Insgesamt steht das Ostallgäu im bayernweiten Vergleich gut da.

Mehr präventive Arbeit

Besonders im Zusammenhang mit Fragen der Jugendhilfe ist diese Erhebung von Bedeutung. Die Abbildung sozialer Lebenslagen im Landkreis Ostallgäu mit seinen 45 Gemeinden ermöglicht es, Problemen, die bisher unter Umständen noch nicht zutage getreten sind, auch vorbeugend zu begegnen.

So sind laut Anja Mayr vom Jugendamt Ostallgäu die Ausgaben für Erziehungshilfen schon in den vergangenen Jahren stark gestiegen, weil die präventive Arbeit ausgebaut wurde.

«Es kommen jetzt auch andere Kreise als noch vor fünf Jahren ins Jugendamt», sagt Mayr weiter. Denn die Angebote würden anders in Anspruch genommen. Auch die Schulsozialarbeit zeige Wirkung und führe zu einer stärkeren Inanspruchnahme von zum Beispiel Familienhilfen. Über alle erzieherischen Hilfen hinweg liegt der durchschnittliche Wert im Landkreis mit 1,35 Hilfen pro 100 Kinder und Jugendliche aber gut 30 Prozent unter dem bayerischen Wert mit 1,99 Hilfen je 100 Minderjährige.

Aber an vielen weiteren Indikatoren lassen sich Lebensumstände ablesen, die Jugendliche im Ostallgäu vorfinden: Wie viele Kinder leben bei nur einem Elternteil? Wie groß ist das Familieneinkommen? Wie viele Jugendliche sind von Armut betroffen? Und wie viele Jugendliche gibt es, die straffällig geworden sind und die Jugendgerichtshilfe in Anspruch nehmen mussten?

Insgesamt, so ein Ergebnis, steht der Landkreis Ostallgäu im bayernweiten Vergleich sozial gut da. Dennoch seien vor allem die jugendspezifischen Werte deutlich angestiegen, sagt Anja Mayr. Hier hat sich die Situation im Landkreis der bayerischen Gesamtsituation angenähert. Im Gefälle zwischen Städten und kleineren Gemeinden sei eine Veränderung festzustellen. Dabei gleichen sich die Werte der mittleren Gemeinden zunehmend denen der Städte an.

Auch im Ostallgäu, so Mayr, schlagen soziale Belastungen immer mehr durch. Hier heiße es, neue Angebote zu schaffen. Insbesondere bei den Alleinerziehenden habe die Not zugenommen. Hier müssten weitere Hilfen ganz besonders ansetzen. Darauf gelte es, ein Augenmerk zu legen.

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