Turbulent: Am Ende wird keiner nominiert

Von Armin Schmid | Fellheim Mit einer faustdicken Überraschung endete die erste, gemeinsame Nominierungsversammlung aller drei Fellheimer Wählergruppen: Keiner der ursprünglich drei Bewerber wurde letztlich gekürt; vielmehr entschied man sich, für die Bürgermeisterwahl im kommenden Jahr einen Blanko-Wahlzettel auszustellen.

Rund 90 Fellheimer Bürger hatten sich in die völlig überfüllte Gaststube der örtlichen Illertalhalle gedrängt, um die Nominierung aller drei Fellheimer Wählergruppen zu erleben. Wie Gerd Schätzle (Sprecher der Wählergruppe Arbeitnehmer) zu Beginn erläuterte, haben sich die Wählergruppe der Arbeitnehmer, die Freie Wählerschaft und die Überparteiliche Wählergruppe bereits im Vorfeld darauf geeinigt, mit einer Einheitsliste zur Kommunalwahl anzutreten.

Für den zu besetzenden hauptamtlichen Bürgermeisterposten hätten sich laut Schätzle rund 20 Bewerber gemeldet. Nach sechs Vorstellungen im Rathaus hätten sich drei Kandidaten (zwei Auswärtige und ein Fellheimer) als Favoriten herausgestellt. 'Leider hat mir kurz vor der Nominierungsversammlung auch der zweite auswärtige Bewerber abgesagt', erläuterte Gerd Schätzle und gab mit dem Fellheimer Alfred Grözinger den mit Spannung erwarteten Namen des einzig verbliebenen Bewerbers preis. Alfred Grözinger selbst nannte die Verbesserung der Wasserversorgung und Abwasserentsorgung, die weitere Sanierung der Illertalhalle und der Synagoge, die Gestaltung der neuen Ortsdurchfahrt, den nächsten Bauabschnitt der Kreisstraße MN 14 und die Ansiedlung von Gewerbe als dringlichste Zukunftsaufgaben.

Dann erklärte sich völlig überraschend aus der Versammlung heraus auch der Fellheimer Erwin Böckeler zu einer Bürgermeisterkandidatur bereit. Böckeler bekundete, dass eine Million Euro Schuldenlast für Fellheim mit ihm als Bürgermeister die absolute Obergrenze darstelle. Zudem wolle er den Hebesatz für die Gewerbesteuer keinesfalls erhöhen, um die Chance auf neue Gewerbeansiedlungen zu erhalten. Mehrere Wortmeldungen verdeutlichten, dass großes Interesse an einem zweiten Kandidaten und damit an einer echten Wahlmöglichkeit im März nächsten Jahres bestehe. Aufgrund der neuen Situation setzten Bemühungen ein, eine Wählergruppierung zu finden, die Erwin Böckeler als Bewerber um den Bürgermeisterposten nominieren würde. Gerd Schätzle stellte klar, dass die Überparteiliche Wählergruppe und die Wählergruppe der Arbeitnehmer an Alfred Grözinger festhalten werden. Während einer kontroversen und auch lautstarken Diskussion zog sich die Freie Wählergruppe (besteht im Wesentlichen aus Landwirten) ins Nebenzimmer zurück, um darüber abzustimmen, ob sie mit Erwin Böckeler als Bürgermeisterkandidat antreten will. 'Das ist jetzt eine verfahrene Geschichte', erläuterte währenddessen Alfred Grözinger im Saal und gab zu verstehen, dass er aus Fairnessgründen auch einer freien Wahl zustimmen würde. Dies hätte zur Folge, dass die drei Wählergruppierungen zwar mit einer gemeinsamen Gemeinderatsliste, aber ohne Bürgermeisterkandidat zur Kommunalwahl antreten. 'Die wahlberechtigten Bürger haben dann die Möglichkeit, den Namen ihres favorisierten Bürgermeisterkandidaten selbst auf den Wahlzettel zu schreiben', fügte Wahlleiter Gotthard Kienle an.

Nach einem mehrstündigen Versammlungsmarathon wurde am Ende mit 66 Stimmen beschlossen, keinen Kandidaten zu küren.

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