TSV Kottern: Wuttge tritt zurück

Kempten-Sankt Mang (twß). - Gestern nachmittag um 16 Uhr kam die überraschende Nachricht: Stephan Wuttge ist nicht mehr Trainer des Fußball-Bezirksoberligisten TSV Kottern. Nach dreieinhalbjähriger Tätigkeit habe er auf eigenen Wunsch sein Amt niedergelegt, teilte Abteilungsleiter Gerhard Hiltensperger mit. Nachgeholfen, so ergab die Recherche unserer Zeitung, hatten bei diesem Schritt aber die Spieler des abstiegsbedrohten TSV. Der Mannschaftsrat (ihm gehören Markus Zollitsch, Andi Breuer und Christoph Holweger an) wandten sich nach der 0:4-Niederlage beim TSV Landsberg mit der Frage an Hiltensperger, ob eine Zusammenarbeit mit Wuttge denn überhaupt noch Sinn mache. 'Wenn sie so fragen, dann heißt das ja wohl, dass es keinen Sinn mehr macht', machte Hiltensperger keinen Hehl aus der verzwickten Situation.

Hiltensperger ist 'stinksauer' Als Wuttge gestern davon erfuhr (übrigens nicht von der Mannschaft, sondern von Hiltensperger) zog er schnell die Konsequenz: 'Das ist ein klares Misstrauensvotum, das ich akzeptieren muss'. Vier Tage vor dem letzten Spieltag der Saison trat Wuttge (42) freiwillig zurück. Bernd Kunze (30), der ohnehin schon als Wuttge-Nachfolger für die kommende Saison feststand, leitete bereits gestern Abend das Training. 'Ich bin stinksauer auf die Mannschaft', polterte der ebenfalls scheidende Abteilungsleiter Hiltensperger. Schon zu Saisonbeginn und auch in den vergangenen Wochen habe er die Mannschaft vor einer möglichen Abstiegsgefahr gewarnt. 'Das hat keiner ernst genommen. Alle haben nur müde gelächelt'. Die sportliche Talfahrt können sich Hiltensperger und Wuttge ohnehin nicht erklären. 'Bis auf Matthias Jörg ist das fast die gleiche Mannschaft, die vor zwei Jahren in der Landesliga gespielt hat', sagt Hiltensperger. Und Wuttge fügt hinzu: 'Die Einstellung zum Fußball ist verloren gegangen'. Unabhängig von Verletzungen, beruflichen oder schulischen Auszeiten sei die Bereitschaft, sich zu schinden, nie so richtig vorhanden gewesen. Vor allem die körperliche Verfassung sei miserabel: 'Die Mannschaft ist platt', beklagt Hiltensperger zum einen den fehlenden Trainingsfleiß, zum anderen die Tatsache, dass 'die Mannschaft schon letztes Jahr durch die Relegation musste und nie richtig Kraft tanken konnte'. Deshalb hat auch Wuttge Zweifel, ob das Ziehen der Reißleine von Erfolg gekrönt ist. 'Ich bin gespannt, ob sie am Samstag schneller rennen, nur weil ich nicht an der Linie stehe'. Nach dreieinhalb Jahren 'enger Verbundenheit mit dem TSV' habe dieser Abschied schon einen 'faden Beigeschmack', so Wuttge. Aber wenn er der Mannschaft helfen könne, wolle er nicht im Weg stehen. Vor dem letzten Spiel am Samstag gegen den TSV Nördlingen, der als Dritter noch Aufstiegsambitionen hat, steht Kottern auf dem Relegationsplatz 13. Selbst bei einem Sieg sind die Kotterner auf die Hilfe anderer angewiesen. 'Es wird auf die Relegation hinaus laufen', so Hiltensperger nüchtern. Neu-Trainer Kunze wusste gestern noch nicht, auf was er sich einließ: 'Ich habe keine Ahnung, wie die Spieler beieinander sind und wer im Urlaub ist', gab er zu. 'Jedenfalls werde ich alles daran setzen, den Klassenerhalt noch zu schaffen.' Für einige Tage geht Kunze übrigens einer 'Doppelbeschäftigung' nach. Als A-Junioren-Trainer des FC Memmingen steht er am Sonntag im Oddset-Pokalfinale. 'Für eine so kurze Zeit bekommt man zwei Mannschaften schon unter einen Hut.'

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