Trend zur Urnenbeisetzung nimmt immer mehr zu

Kempten | johs | Der Schock über den Tod eines Verwandten sitzt noch tief, da müssen die Angehörigen schon über die nächsten Schritte nachdenken: die Beerdigung. Feuer- oder Erdbestattung?, ist die erste Frage. Dabei geht der Trend laut Andrea Plabst, Friedhofsverwalterin der Stadt Kempten, immer mehr in Richtung Urnenbestattung: Mittlerweile werden rund 60 Prozent der Verstorbenen eingeäschert. Der Grund? 'Viele Angehörige sind der Meinung, dass dies die günstigere Variante ist', sagt Plabst.

Bestattung: In Wirklichkeit halten sich die Bestattungskosten laut Plabst aber oft die Waage. Zwar sei die Aushebung der kleineren Grabstellen billiger (112 Euro) als bei einer Erdbestattung (506 Euro), aber hinzu kämen die Kosten für die Einäscherung im Krematorium. Neben der Beisetzung und den Gebühren fürs Grab fallen für die Hinterbliebenen unter anderem Kosten für Trauerfeier, Überführung, Verwaltungsgebühren und die Grabpflege an. Daneben müssen Sarg und Grabstein ausgesucht werden. Und da gibt es große Preisunterschiede.

Särge: Bei Särgen reicht die Preisspanne nach Angaben eines Kemptener Bestatters von 400 Euro für einen Kiefernsarg bis zu 2500 Euro für einen Eichensarg.

Urnen: Eine einfache Blechurne kostet etwa 120 Euro. Wer sich für eine Urne aus Marmor entscheidet, muss rund 500 Euro zahlen. Daneben übernimmt der Bestatter nach Vereinbarung die Überführung und das Waschen des Toten, aber auch die Planung der Trauerfeier, Behördengänge oder die Trauerbriefe.

Grabsteine: Vielfältig ist die Auswahl. Ein kleinerer Stein für ein Urnengrab kostet 400 bis 500 Euro, ein stehender Urnenstein dagegen rund 1500 Euro, erklärt der Kemptener Steinmetz Thilo Probst. Doch die Wünsche der Kunden gehen oft über den Standard hinaus: 'Viele Angehörige haben genaue Vorstellungen über zusätzliche gestalterische Elemente auf dem Grabstein.' Symbolische Motive, die sich auf Tätigkeit oder Leidenschaft des Verstorbenen beziehen, würden immer öfter gewünscht. 'Der Preisunterschied zu einem Grabstein bei einer Erdbestattung fällt entsprechend geringer aus', sagt Probst. Bei der Erdbestattung würde der Grabstein für ein Einzelgrab zwischen 2000 und 2500 Euro kosten. Der Richtpreis für ein Doppelgrab beläuft sich laut Probst auf rund 5000 Euro.

Grabstelle: Für jede Grabstelle müssen zusätzlich Nutzungsrechte erworben werden. Am Zentralfriedhof kostet ein Familien-Urnengrab (für vier Tote) 528 Euro, ein normales Einzel-Erdgrab 204 Euro. Die besten Grabstätten im Parkgelände des Zentralfriedhofs sind laut Plabst für 3400 Euro (Doppelgrab) zu haben. Die günstigste Variante ist ein anonymes Urnengrab, bei der einmalig Kosten von 260 Euro anfallen.

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