Treffen über Grenze hinweg ein historisches Datum

Von Peter Schwarz | Kleinwalsertal/Oberstdorf Sowohl der Kleinwalsertaler Bürgermeister Werner Strohmaier als auch sein Oberstdorfer Amtskollege Thomas Müller sprachen von einem 'historischen Datum'. Erstmals trafen sich die Kommunalparlamente beider Gemeinden über die österreichisch-deutsche Staatsgrenze hinweg zu einer gemeinsamen Sitzung.

Es kam auch gleich ein konkreter Beschluss zustande. Die Gemeindevertretung Mittelberg und der Marktgemeinderat Oberstdorf beschlossen, eine gemeinsame Bürgerkarte (siehe nebenstehenden Info-Kasten) auf den Weg zu bringen. Damit sollen die Einheimischen beiderseits der Walserschanze attraktive Vergünstigungen beim Besuch von Freizeiteinrichtungen diesseits und jenseits der Grenze erhalten. Alle 38 bei der Zusammenkunft am Walmendingerhorn anwesenden Lokalpolitiker befürworteten den gemeinsamen Weg, wie ihn das Walsertal mit einer seit drei Jahren bestehenden eigenen Bürgerkarte schon vorexerziert hat.

Das Arbeitstreffen auf Gipfelhöhe verlief in aufgeräumter und lockerer Atmosphäre. Beide Rathaus-Chefs machten darauf aufmerksam, dass man in der gemeinsamen Tourismus-Region Oberstdorf/Kleinwalsertal ja auch bisher schon eng zusammengearbeitet habe. Beim Sport, wie erst kürzlich mit den Nordischen Skimeisterschaften Österreichs, trifft man sich ebenfalls hin und wieder auf Oberallgäuer wie Vorarlberger Flur.

Die Zeiten, als die österreichische Exklave als 'Ausland' betrachtet wurde, scheinen endgültig vorbei zu sein, wie übereinstimmend festgestellt wurde. Doch die gemeinsame Bürgerkarte hat aus Sicht der Bürgermeister eine zusätzliche Dimension. Strohmaier: 'Wir haben ein Kapitel noch engerer Zusammenarbeit aufgeschlagen'. Und Müller griff eine Aussage des Oberstdorfer CSU-Fraktionsführers Edmund Seiller auf, wonach die Sesam-öffne-Dich-Scheckkarte den Bürgern beider Gemeinden 'ein neues Lebensgefühl' und mehr Mobilität abseits des eigenen Autos bescheren werde.

Ein 'Glückauf!' gab Seillers Walser Gegenüber Andi Haid (ÖVP-Fraktionsführer) dem Projekt mit auf den Weg. Weitere Etikettierungen für die gemeinsame Bürgerkarte lauteten: 'Großartige Sache' (Oberstdorfs SPD-Fraktions-Chef Dr. Ralf Ecke) und 'ganz tolle Idee' (CSU-Rat Toni Huber).

Die Gemeindevertreter beider Seiten wünschen sich, dass die Scheckkarte noch weitere Möglichkeiten eröffnet: frei Fahrt mit den Bergbahnen im Skiwinter, Gratis-Eintritt in Therme und Eissportzentrum in Oberstdorf und irgendwann mal die Übertragung des Erfolgsmodells 'Walserbus', bei dem kein Billett-Kauf mehr erforderlich ist, auf Oberstdorfer Territorium. Bei aller Euphorie des 'Gipfeltreffens' setzte Bürgermeister Müller hinter den letzten Punkt ein Fragezeichen.

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