Treffen der Generationen

Von Regina Besch | Türkheim/Wiedergeltingen 'Dass ältere Menschen von Jüngeren Zeit geschenkt bekommen, ist in der heutigen Zeit keine Selbstverständlichkeit, sondern eine großartige Sache', sagt Nicole Dübbel, Leiterin des Pflegezentrums Schneider in Türkheim. Mit den 'Jüngeren' meint sie 15 Schüler im Alter zwischen 13 und 18 Jahren aus Wiedergeltingen, die drei Monate lang - jeden zweiten Samstag - den Bewohnern des Pflegezentrums den Heimalltag mit Aktivitäten verschönerten. Ins Leben gerufen wurde das Projekt vom Pfarrgemeinderat St. Nikolaus, die Jugendvertreterinnen Julia Schöner und Steffi Kienle leiteten es.

Als das Besuchs-Projekt Ende September startete, stand das Pflegepersonal zunächst mit guten Ratschlägen zur Seite. Denn die Jugendlichen mussten erkennen, dass sie nicht die Omas besuchten, die sie von zu Hause kennen. Viele der Bewohner sind zum Teil stark pflegebedürftig, mobil eingeschränkt oder an Demenz erkrankt. Deshalb lief keiner der Besuchsnachmittage gleich ab. Für die Jugendlichen war es neben der Projektarbeit interessant zu erleben, dass der Pflegeberuf keine leichte Arbeit ist. Treffpunkt war jeweils das gemeinsame Wohnzimmer im Erdgeschoss des Pflegezentrums, wo die Schüler versuchten, die älteren Menschen in ihr Programm einzubinden. Damit das Kennenlernen leichter fiel, bastelten die Schüler für die Bewohner und für sich Namensschilder.

Bei schönem Wetter gehörten Spazierfahrten mit den im Rollstuhl sitzenden Senioren im Schlossgarten oder Spaziergänge mit mobilen Bewohnern zum Programm. Im Heim brachten Spiele wie 'Mensch-ärgere-Dich-nicht', Gegenstände erraten, Geschichten vorlesen oder Mandalas malen Abwechslung in den Alltag der Senioren.

Manchmal suchten Bewohner aber auch nur ein Gespräch oder es war Zuhören gefragt. Dabei erfuhren die Jugendlichen einiges über die Lebensgeschichten der Menschen. Eine Bewohnerin hatte beispielsweise immer Tränen in den Augen, wenn sie die Jugendlichen sah, da sie die Begegnungen an ihre frühere berufliche Tätigkeit mit Kindern erinnerten.

Ein weiterer Programmpunkt war ein kleiner Streichelzoo, der aus einem Hasen, Meerschweinchen und einem Schäferhund bestand. Mit dem Pflegepersonal abgesprochen waren die Besuche der Schwerstpflegefälle mit dem Schäferhund auf den Zimmern. Hier waren ganz besonders bei denen Emotionen spürbar, die früher selbst Haustiere hatten.

Kurz vor Weihnachten richteten die Jugendlichen für die Bewohner eine liebevoll gestaltete Weihnachtsfeier mit Liedern und Gedichten aus. Zum Abschluss überreichten die Jugendlichen den Bewohnern selbst gebackene Plätzchen. Mit der Weihnachtsfeier sollte das Projekt beendet werden. Aber die Jugendlichen haben die Senioren im Laufe der Zeit so sehr ins Herz geschlossen, dass sie noch einmal Mitte Januar wiederkommen werden und mit einem kleinen Streichelzoo Abschied nehmen.

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