Allgäu
Traumjob an der Rezeption

Wer einen wirklichen Einblick in den Tourismus und die Gastronomie bekommen möchte, sollte sich nicht nur als Gast Hotels oder Restaurants anschauen. Hinter die Kulissen des Fünfsternehotels «Sonnenalp» in Ofterschwang haben deshalb nun die Achtklässler der Friesenrieder Volksschule gespickt. Die Klasse nimmt an der Allgäuer Berufsoffensive unserer Zeitung teil, mit der sich junge Menschen über die Berufe des Tourismus, der Hotellerie und Gastronomie informieren.

«Wir haben uns die Küche und einige Hotelzimmer angeschaut», erzählt Christian (15). «Es ist bestimmt ziemlich stressig, im Hotel ,Sonnenalp zu arbeiten», schildert Manuel (14) aus der achten Klasse der Volksschule Friesenried seinen Eindruck vom Besuch in dem Luxushotel. Könnte sich Manuel für einen Beruf im Hotelgewerbe entscheiden, würde er lieber ein kleineres Hotel wählen. Momentan interessiert sich der 14-Jährige auch eher für eine Arbeit «mit etwas Schwerem». Kfz-Mechaniker könne er sich zum Beispiel gut vorstellen. «Erst beim Besuch im Sonnenalp hat man ein Bild davon bekommen, wie es in einem Hotel zugeht», meint Christian. Konstantin (14) hat die Besichtigung der Sonnenalp eher abgeschreckt. «Als Koch muss man gleich zum Restaurant ziehen. Das finde ich am Anfang ziemlich hart», meint der Schüler. Ihn reizt der Bereich Tourismus und Gastronomie eher weniger.

Zum Projekt Berufsoffensive gehört auch das Planspiel Tourismus, bei dem die Schüler im Unterricht Fragen wie «Was würdest du machen, wenn dir als Kellner das Essen herunterfällt?» beantworten. «Einmal haben wir das Planspiel schon ausprobiert», erklärt Hauptschullehrer Peter Dittert. Und fügt gleich hinzu, warum es bisher nicht öfter geklappt hat: «Die ganze Geschichte braucht einfach sehr viel Zeit.»

Zusätzlicher Stoff

Er müsse jedoch nebenher nicht nur seinen Unterrichtsstoff durchbringen, sondern die Schüler auch über andere Berufe im Handwerk und in der Industrie informieren.

Den Gedanken, Schülern bestimmte Berufe näher zu bringen, findet Dittert «klasse». «Die Rollen im Planspiel anzunehmen, ist für die Kinder allerdings schwierig», betrachtet er das Projekt auch kritisch. Sich in die Lage eines Restaurantchefs, Kochs oder Rezeptionisten zu versetzen, sei für viele nicht immer ganz leicht. «Die Fragen sind aber aus dem Leben gegriffen», lobt er.

Unter seinen Schülern seien viele handwerklich Begabte, aber auch einige, die sich für den Bereich Tourismus und Gastronomie interessieren, erklärt Dittert. So zum Beispiel Roman (14): Ihn reizt der Beruf des Kochs. «Zu Hause habe ich schon selber Pizza oder Nudeln gemacht», erzählt er. Er könne sich auch vorstellen, ein Praktikum in einem Restaurant zu absolvieren.

Sabine (13) hat sich schon für ein Praktikum in einem Hotel beworben. «Mich interessiert die Arbeit einer Hotelfachfrau», bekennt die Schülerin. Der Grund: «Ich finde es toll, an der Rezeption zu arbeiten und mit vielen Menschen in Kontakt zu kommen», erzählt Sabine.

«Hervorragende Idee»

Insgesamt findet Lehrer Peter Dittert die Idee der Berufsoffensive «hervorragend»: Er alleine würde an all die Informationen nicht kommen. «Ich würde auch nicht die Möglichkeit bekommen, ein Hotel wie die ,Sonnenalp zu besichtigen», so Dittert.

www.berufsoffensive.de

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