Kempten
Traditionshaus erwacht aus Dornröschenschlaf

Vielen Fußgängern dürfte es beim vorweihnachtlichen Einkaufsbummel schon aufgefallen sein: Es rührt sich etwas am lange leerstehenden Gebäude Klostersteige 4. Rund ums Haus wurde mittlerweile ein Gerüst hochgezogen. Warum? Weil darin demnächst ein neues Hotel und eine Gaststätte entstehen. Nachdem der Bauausschuss der Stadt nun grünes Licht gab für das Projekt, soll zum 1. April eröffnet werden.

Das sagt der Investor: Vor etwa einem Dreivierteljahr hatte die Memminger Immobilienfirma «K+S Real Estate» das historische Gebäude erworben, berichtet Geschäftsführer Josef Kurz. Schließlich habe man nach vergleichbaren Projekten in Memmingen und Wangen bereits Erfahrung mit der Sanierung und Neubelebung solcher Immobilien. Da das Haus unter Denkmalschutz steht, habe man sich im Vorfeld eng mit den Behörden und der Stadt abgestimmt, so Kurz weiter. Nachdem der Innenausbau inzwischen schon recht weit gediehen sei, wolle man in wenigen Tagen die Fassaden fertigstellen.

Das ist geplant: Unten Gaststätte, oben Hotel mit etwa 30 Betten - die beiden Einrichtungen werden künftig von zwei Pächtern und getrennt voneinander betrieben, so Kurz. Eine Zusammenarbeit gebe es nur beim Frühstück, das die Hotelgäste im Lokal einnehmen können. Dafür werde ein separater Zugang geschaffen - das Hotel selbst wird nämlich nicht über das Erdgeschoss erreichbar sein. Über eine Außentreppe in der Brandstatt kommen die Hotelgäste in den ersten Stock, der Haupteingang zum Lokal liegt ums Eck in der Klostersteige. Neben der Komplettsanierung erhält das Haus fünf zusätzliche Fenster zur Brandstatt hin. Geklärt ist übrigens bereits die Namensfrage: Gasthaus Sonne und Hotel Sonne werden die Gebäudeteile heißen - womit der Bogen zurück in die Vergangenheit geschlagen wird. Denn schon früher gab es im Gebäude das Wirtshaus zur Sonne, erklärt der Ottobeurer Architekt Rolf Steinhauser.

Das sagt der Bauausschuss: «Froh» - mit diesem Wort beschrieben in der Sitzung gleich mehrere Stadträte ihre Gefühlslage. Schließlich sei es sehr erfreulich, dass endlich ein Investor das marode Haus anpacke und es einer neuen Nutzung zuführe. «Ich kenne dieses Gebäude auch nur als Problem», meinte Oberbürgermeister Dr. Ulrich Netzer, bevor dann alle die Hände hoben, um das Hotel- und Gaststättenprojekt einstimmig durchzuwinken.

Das könnte Sie auch interessieren

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen
Powered by Gogol Publishing 2002-2019