Tipps für Autofahrer: Was tun bei Wildunfällen?

Obermaiselstein/Oberallgäu (elm). Was tun, wenn einem ein Reh ins Auto gesprungen ist? Gerade im Frühjahr steigt die Gefahr von Wildunfällen. So geschehen dieser Tage wieder zwischen Fischen und Obermaiselstein ein typischer Fall: Das schwer verletzte Tier verendete am Unfallort, das Auto war nur leicht beschädigt, Menschen kamen nicht zu Schaden. Was man trotzdem tun muss, auch wenn der einzige Leidtragende das vierbeinige Unfallopfer ist, erklärt die Polizei Sonthofen auf Nachfrage unserer Zeitung:l Zunächst die Unfallstelle absichern und prüfen, ob Fahrzeuginsassen zu Schaden gekommen sind. l Die Polizei verständigen (Notruf 110 oder soweit bekannt, die normale Rufnummer der nächsten Dienstsstelle). Die Polizei verständigt dann den zuständigen Jäger. Und der kümmert sich um das Wild. Der Anruf ist gerade auch dann notwendig, wenn das Wild nach einem Zusammenstoß in den Wald läuft. Denn es ist in der Regel verletzt. l Am besten so man hat mit dem eigenen Handy die Polizei gleich vom Unfallort aus anrufen. Wenn kein Telefon zur Hand ist, rentiert es sich in der Regel zu warten, bis jemand mit Mobiltelefon vorbeikommt, rät die Sonthofer Polizei. Wer weiterfährt zur Polizei oder zum nächsten Telefon, um sie zu informieren, begeht übrigens keine Unfallflucht. Denn Wild ist rechtlich eine herrenlose Sache.

Also ist außer dem betroffenen Autofahrer niemand geschädigt worden. Wer einfach weg fährt, ohne den Unfall zu melden, begeht trotzdem eine Ordnungswidrigkeit, die auch geahndet wird: Denn meldepflichtig ist ein Wildunfall schon. Wer bei seiner Versicherung Schaden geltend machen will, braucht in der Regel ohnehin eine so genannte Wildschadensbescheinigung der Polizei oder des Jagdpächters über den Unfall. Darauf weist auch der ADAC hin. Als Abendessen eignet sich bei einem Unfall getötetes Wild übrigens nicht vor allem im juristischen Sinne: Wer angefahrenes Wild mitnimmt, macht sich der Jagdwilderei schuldig. Da drohen Strafen von bis zu drei Jahren, in besonders schweren Fällen bis zu fünf. Allerdings darf laut ADAC nach einer Kollision schwer verletztes Wild getötet werden, um ihm weitere Leiden zu ersparen freilich nur, wenn der Jagdpächter nicht rechtzeitig zu erreichen ist. Andererseits warnt der ADAC davor, Tiere anzufassen: Sie können ausschlagen und so schwere Verletzungen zufügen. Wie man Wildunfälle möglichst vermeidet, solange man noch kann auch dafür gibts Tipps vom ADAC:l Wildwechselschilder ernst nehmen und das Tempo anpassen. l Stets mit mehreren Tieren rechnen. Wild flüchtet oft vor dem Fahrzeug her. l Sind Tiere auf der Straße und ist die Fahrbahn frei, bremsen, hupen und abblenden, damit das Wild einen Fluchtweg finden kann. Nicht stark bremsen sollte man aber, wenn ein Auffahrunfall mit einem nachfolgenden Fahrzeug droht. l Auf keinen Fall abrupt ausweichen. Es besteht sonst das Risiko, gegen einen Baum zu prallen oder im Graben zu landen.

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